Keine englischen Brötchen für schottisches Geld

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Wenn Sie in London sind, lassen Sie sich keine schottischen Pfundnoten andrehen. Sie werden sie schwer wieder los. Mein Schrippenkauf scheiterte heute morgen am Papiergeld der Bank of Scotland. „Unsere Firma hat uns angewiesen, kein schottisches Geld zu akzeptieren“, hieß es reichlich formal an der Einkaufstheke in der örtlichen Percy-Ingle-Filiale. Später klärt ein Anruf bei der Bäckereikette den Sachverhalt: „Wir hatten zuletzt häufig Probleme mit schottischem Falschgeld“, sagt der freundliche Mann am Telefon. Da diese Pfundnoten in London nun einmal wenig verbreitet seien, falle es den Bäckerei-Angestellten schwerer, Blüten zu erkennen als beim englischen Geld. Es gebe keine grundsätzliche Anweisung des Unternehmens, die Verkäufer hätten aber die Erlaubnis, die schottischen Noten abzulehnen. Dabei spiele auch das Erscheinungsbild des Kunden eine Rolle. Also: business suit statt hoodie beim nächsten Bäckereibesuch.

Autor: Markus Hesselmann

Tagesspiegel-Korrespondent Markus Hesselmann über Britisches, Allzubritisches aus der Metropole des Pop, des Fußballs, der Kunst und der Politik.

3 Gedanken zu „Keine englischen Brötchen für schottisches Geld“

  1. Oder richtiges Geld dabei haben. Womit hat du bezahlen wollen – einem 1-Pfund-Schein?
    Und die schottischen (nordirischen/etc.) Scheine sind in England sowieso nicht gültig:
    Bank of England notes are the only banknotes that are legal tender in England and Wales. Scottish, Northern Ireland, Jersey, Guernsey and Manx banknotes are not legal tender in England and Wales. However, they are not illegal under English law and creditors and traders may accept them if they so choose.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Scottish_banknotes#The_question_of_legal_tender

  2. Und das alles trotz Britishness-Kampagne des Schotten Gordon Brown. Ich hatte beim Bäcker einen schottischen Fünfer dabei, den ich mir am Tag zuvor im türkischen Laden um die Ecke habe andrehen lassen. Wer fälscht eigentlich Fünfer, frage ich mich… Wie auch immer, als ich dann ohne Schrippen aus der Bäckerei kam und stattdessen wieder beim Türken einkaufte, wollte der den Schein auch erst nach dem Hinweis nehmen, dass ich ihn ja schließlich von ihm bekommen habe. What a great English Scottish Turkish German affair!

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