Mehr über Plastiktüten (und Hundedreck)

Nach dem Urlaub gibt es viele alte Zeitungen zu lesen. Zum Beispiel in der Herald Tribune ein interessantes Stück über die Plastiktütensteuer in Irland und wie gut sie funktioniert. Im Blog hier hatte mich Maeve Murphy kürzlich schon mit ihrem Kommentar auf die Iren aufmerksam gemacht, als ich von Gordon Browns Plänen für ein Verbot von Einkaufstüten aus Plastik schrieb. Und das Ganze passt zum bedrohlichen Plastikmüllstrudel in den Weltmeeren, über den der Spiegel jetzt berichtete. Zu denken gibt mir allerdings ein anderer Satz im Herald-Tribune-Text: „Plastic bags became socially unacceptable – on par with wearing a fur coat or not cleaning up after your dog.“ Aha. Plastiktüten werden sozial inakzeptabel – so wie einen Pelzmantel zu tragen oder hinter seinem Hund nicht sauber zu machen. Noch einmal: „Socially unacceptable … not cleaning up after your dog.“ Hallo Berlin! Es sieht so aus, als hätte die Welt da draußen in bestimmten Fragen des menschlichen Zusammenlebens schon eine deutlich höhere Stufe erreicht. Wollen wir da nicht auch hin? London wäre ein Vorbild. Der asoziale Hundehalter, der seinen Köter jetzt wieder direkt vor unsere Haustür in Schöneberg scheißen ließ, hat wohl nicht Herald Tribune gelesen. Vielleicht hilft Tucholsky. Der schrieb: „Hundebesitzer sind die rücksichtslosesten Menschen auf der Welt.“ Und über den Hund: „Eine fortgeschrittene Zivilisation wird ihn als barbarisch abschaffen.“ (Mehr über einen verzweifelten Versuch, Berlin vom Hundedreck zu befreien, hier und hier.)

Autor: Markus Hesselmann

Tagesspiegel-Korrespondent Markus Hesselmann über Britisches, Allzubritisches aus der Metropole des Pop, des Fußballs, der Kunst und der Politik.

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