England given a rough guide

Wer als Tourist auf die Insel kommt, trifft auf „overweight, alcopop-swilling, sex- and celebrity-obsessed TV addicts“. Das ist eine der selbstironischen Thesen des neuen Rough Guide für England. Die englischste aller englischen Zeitungen, die Daily Mail, diskutiert darüber auf ihrer Website und unterschlägt zu Recht nicht, dass der Reiseführer auch gute Seiten Englands benennt: Humor, Friedfertigkeit und vor allem Kultur. Dazu passend standen neben dem Text über den Rough Guide zum Zeitpunkt meines Besuchs auf der Website Links zu folgenden Kulturbeiträgen der Daily Mail:
Clothes Show host Louise Redknapp pregnant with Baby No.2
Enjoy your trip, Myleene? Klass’s billowing dress proves hard to walk in
Blonde joke: Cher in her worst wig ever (and that’s saying something)
Peaches Geldof caught up in shoplifting scrape yet again
Mariah shows off her husband for first time at New York gig – and says now she does want babies
Gwyneth Paltrow test-drives ANOTHER pair of super-high heels… across a cobblestone street!

Null Toleranz jetzt auch in London

Der neue Bürgermeister gibt gleich den Aufräumer. Nur wenige Tage nach seiner Wahl zum Londoner Stadtoberhaupt hat der konservative Politiker Boris Johnson als erste Maßnahme ein Alkoholverbot für Fahrgäste von Bussen und U-Bahnen verkündet. Das klingt zunächst nicht gerade revolutionär. In Berlin ist es verboten, in der U- und S-Bahn sowie in Bussen überhaupt zu essen oder zu trinken. Und wer unter Alkoholeinfluss steht, darf nicht mitfahren. Eigentlich. Inwieweit das kontrolliert wird, ist eine andere Frage. In der britischen Hauptstadt jedenfalls gibt es immer wieder Klagen über Betrunkene, die andere Fahrgäste belästigen. Das Alkoholverbot, verbunden mit einer entsprechenden Plakatkampagne, ist deshalb vor allem ein erstes deutliches Signal. Ab sofort herrscht in London „zero tolerance“ (null Toleranz) auch für kleine Vergehen. Hinter dem Konzept steckt die Überzeugung, dass die Hinnahme kleinerer Vergehen ein Umfeld für weitere Gesetzesbrüche und dann auch schwerere Kriminalität schaffe. „Wenn wir die so genannte Kleinkriminalität vertreiben, werden wir auch ernstere Verbrechen in den Griff bekommen. Daran glaube ich fest“, sagte Johnson. Damit nimmt er sich New York zum Vorbild. Obwohl umstritten ist, ob die Null-Toleranz-Politik des damaligen Bürgermeisters Rudolph Giuliani ausschlaggebend war für die sinkende Kriminalitätsrate der Neunzigerjahre. Johnson lässt sich jetzt von Bill Bratton beraten, Giulianis früherem New Yorker Polizeichef und späteren Polizeichef von Los Angeles. Vor allem gegen Jugendgewalt will Johnson vorgehen. Zu diesem Zweck hat er Ray Lewis, einen schwarzen Sozialarbeiter und früheren Gefängnisangestellten, zum stellvertretenden Bürgermeister berufen. Lewis leitet eine Akademie im East End, mit der er Jugendlichen eine Perspektive jenseits der Kriminalität vermittelt. 27 junge Londoner starben 2007 als Folge von Jugendgewalt. In diesem Jahr sind es zwölf. Zuletzt wurde der 15-jährige Lyle Tulloch erstochen – wenige Stunden nach Johnsons Wahl zum Bürgermeister.

P.S.: Der in allen Nahverkehrszweifelsfragen maßgebliche Kollege Klaus Kurpjuweit hat sich glossierend zum Thema Alkohol in der U-Bahn in Berlin geäußert, bitte hier klicken.

Übersetzungskünstler (3): Die Deutschen-Versteher

Wenn Briten andere Briten im öffentlichen Raum schriftlich zu etwas auffordern, nehmen wir als Beispiel, nicht in einem Kneipeninnenhof, sondern auf der Straße vor der Kneipe zu rauchen, dann liest sich das in etwa so:
This pub operates a non-smoking-in-the-courtyard policy. May we kindly ask you to smoke in front of the main entrance, if you would.
Der Barfly-Pub in Cambridge hat diese britisch-zuvorkommende Aufforderung bei einem Konzert der Berliner Band Beatsteaks jetzt mit beachtlichem interkulturellen Einfühlungsvermögen ins Deutsche übertragen. Und das las sich dann so:
„ACHTUNG! Ausgang Ist Fucking VERBOTEN! Nicht rauchen hier, rauchen vor der eingang am der strasse.“
Und falls jemand nicht gehorcht, marschiert die Pub-Polizei in den Innenhof ein und brüllt: „SCHNELL, SCHNELL! RAUS, RAUS!“, weitere deutsche Lieblingswörter der Briten.
Mehr Übersetzungskünstler hier und hier.

Berlin Calling – Beatsteaks in London

Ein schummriger, muffiger Keller in Camden Town. Die Plakate des Underworld-Clubs kündigen Bands an mit Namen wie „Blitzkrieg“ oder „Burial beneath the Ashes“ (Beerdigung unter der Asche). Heavy Metal und Hardcore der konsequentesten Sorte sind sonst hier Programm. Heute Abend spielt eine deutlich vielseitigere Band. Die Beatsteaks sind nach London gekommen. In Deutschland füllen sie mit ihrer Mischung aus Punk, Hard Rock und Elementen aus Hip Hop und Pop die großen Hallen und Open-Air-Bühnen. In England kennt sie fast niemand. Und gerade das reizt die Band aus Berlin. „Wir gehören doch in solche Clubs“, sagt Torsten Scholz, der Bassist. Der Rock vor großem Publikum, der mache satt. Im Ausland zu spielen, das sei eine ganz besondere Herausforderung, auch wenn man zu Hause Erfolg hat.

E-Gitarren-Stakkato zerhackt die trotz Rauchverbots dicke Luft. So ähnlich wird sich das in den späten Siebzigern auch angehört haben, als „London Calling“ erschien, The Clashs berühmtestes Lied. Die ersten Akkorde des Beatsteaks-Stücks „Hello Joe“ erinnern daran. Gewidmet ist es Joe Strummer, „the greatest Rock’n’Roll singer of all times“, wie ihn Arnim Teutoburg-Weiß, der Sänger der Beatsteaks, nennt. Der Abend ist ein großer Erfolg. Ein schweißtreibender Club-Gig, bejubelt und durchtanzt von 500 Fans im ausverkauften Underworld. Ein Publikum, das zum größten Teil deutsch spricht. Schließlich wohnen 60 000 Deutsche in London. Und ein paar Fans folgen den Beatsteaks überall hin. Doch es sind auch einige Engländer gekommen. „Ja ja, auch wir interessieren uns auch für andere Musik als unsere eigene“, sagt ein einheimischer Fan. Seine Schwester habe ihn auf die Band gebracht. Ohnehin sind an diesem Abend sehr viele weibliche Fans da. „Wenn du die Frauen begeisterst, dann hast du schon gewonnen“, sagt Torsten Scholz und bezieht das vor allem auch auf seine Arbeit als DJ.

Das Underworld liegt direkt am U-Bahnhof Camden Town, mit legendären Spielstätten des Punk wie Electric Ballroom oder Dingwalls gleich um die Ecke. „Natürlich bedeutet dieser Ort hier uns etwas“, sagt Torsten Scholz. „Schließlich hat jeder von uns zwei, drei Clash-Platten im Schrank.“ Doch Berlin könne ja schließlich auch pophistorisch glänzen. Zum Beispiel mit den Hansa-Studios, die Stars von David Bowie und Iggy Pop bis Depeche Mode anzogen.

„Camden ist aber schon etwas anderes als Lichtenberg.“ In dem Bezirk wuchs Torsten Scholz auf. Nach der Wende erarbeitete er sich die Geschichte des Punk. „Ich hoffe, dass unsere jungen Fans über ,Hello Joe‘ auf The Clash aufmerksam gemacht werden.“ Er selbst habe sich von neueren Bands wie Green Day zurück zu den Anfängen gehangelt. Heute hört er am liebsten HipHop. Auch da hole Berlin auf. Vermeintliche Skandalrapper wie Bushido seien zwar nicht besonders gut, aber als erster Schritt zu einer eigenen Szene wichtig.

Großbritannien zu erobern, davon sind die Beatsteaks noch weit entfernt. Obwohl – oder vielleicht gerade weil – sie Punkrock der besten angelsächsischen Schule spielen, größtenteils auch noch mit englischen Texten. Von solchen Bands haben die Briten selbst genug. Aus Deutschland erwarten sie elektronischen Sound, alles, was sich auf Kraftwerk beruft. Immerhin hoffen die Beatsteaks darauf, dass ihre Plattenfirma ihre Musik bald auch in Großbritannien rausbringt.

Die Tour in England – vor London waren die Berliner schon in Bristol, Nottingham und Cambridge – war also kein Trip zurück zu den Wurzeln. „Es ist eher ein Luxus, den wir uns leisten“, sagt Torsten Scholz. „Wir sind ja nicht im Lieferwagen unterwegs. Wir haben einen komfortablen Bus und wohnen in guten Hotels.“ Großes Geld verdienen sie in England nicht. Sie machen Verlust. Das ist ihnen die ganz besondere Herausforderung wert.

Hier hinter diesem Link bloggt ein Kollege über die Beatsteaks in Bristol.

Sorry, dass ich euch bombardiert habe

Er hat ein paar Jahre gebraucht. Aber jetzt, mit 87 Jahren, hat sich Willi Schludecker bei den Bürgern von Bath entschuldigt. Auf den Tag genau vor 66 Jahren war er als Kampfflieger der Luftwaffe an der Bombardierung der Stadt beteiligt, bei der 404 Menschen starben und 19000 Gebäude zerstört oder schwer beschädigt wurden. Bei seiner Rückkehr habe ich den Bomberpiloten und seine Gastgeber begleitet, die ganze Geschichte steht hier hinter diesem Link. Die Szenen waren zuweilen anrührend, zuweilen bizarr, zuweilen voll Komik. Für den ungedienten deutschen Beobachter war etwa Schludeckers Auftritt im Rathaus in der Ausgehuniform der Luftwaffe (samt zweier Eiserner Kreuze, Frontflugspange und Adler mit Hakenkreuz) gewöhnungsbedürftig.
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Aber die Engländer wollten das so, ihre Veteranen tragen schließlich auch ihre Uniformen bei feierlichen Anlässen. Unfreiwillig komisch wurde es, als es hieß, Schludecker solle Ehrenmitglied des Bath Preservation Trust werden. Es war ein Kommunikationsfehler, eine Ehrenmitgliedschaft gibt es dort überhaupt nicht. Die ehrwürdige Einrichtung, die sich um die Erhaltung der vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt kümmert, empfing den früheren Stadtzerstörer aber als Ehrengast. Im Haus Nummer eins in der berühmten Royal Crescent von Bath. Die deutschen Bomben hatte dieses Gebäude damals übrigens einigermaßen überstanden. Unfreiwilliger Humor kam auch durch, als die Bürgermeisterin den Kampfpiloten beim Empfang im Rathaus ganz im Geiste der Versöhnung fragte, wie er denn den Krieg in Deutschland erlebt habe. „Ich war damals fast nie in Deutschland“, sagte Schludecker. Er war ja mit seinen Bomben unterwegs. Ein anderer Gast kam extra aus Norfolk zu Schludeckers Entschuldigungszeremonie in einem Park von Bath. Vor 66 Jahren gehörte Peter Earle als 18-Jähriger hier zu den Bombenentschärfern. Warum machte er sich jetzt im hohen Alter auf den weiten Weg nach Bath, um Willi Schludecker zu treffen? „It is quite interesting to meet somebody who tried to kill you“, sagte Earle. Später schüttelte er Schludecker die Hand.

Morrissey und die Frau mit dem Union Jack

Morrissey hat mit einer Geldspende das antirassistische „Love Music Hate Racism“-Festival gerettet. Morrissey? Da war doch was. In großer Aufmachung hatte das Musikmagazin NME ihn in die Nähe des Rassismus gerückt, weil der Ex-Sänger der Smiths sich einmal mehr Sorgen um die britische Identität machte. Eine der Anekdoten, die in dem Zusammenhang jedes Mal auftaucht, ist ein Auftritt in Finsbury Park, bei dem sich Morrissey in den Union Jack einwickelte, wofür er von der Bühne gebuht wurde. Vielleicht aber ist ja jemand, der zur Fahne und zur Tradition seines Landes steht, am besten geeignet, sich gegen Rassismus zu äußern. „To be standing by the flag not feeling shameful, racist or partial“, singt Morrissey in „Irish Blood, English Heart“. Als ich kürzlich in Oxford war, um über eine Debatte mit dem Holocaust-Leugner David Irving und mit Nick Griffin, dem Chef der British National Party, zu berichten, erlebte ich dort eine Demonstration gegen die beiden Rechtsradikalen. Eine junge Frau hatte einen großen Union Jack dabei. Ich fragte, warum sie hier mit der Landesfahne demonstriere. „Weil das die Nazis am härtesten trifft“, sagte sie. Mehr Schwarz-Rot-Gold bei Anti-Nazi-Demos bitte!

Schön lang: die Singlesprenger

Der Zweieinhalbminutenpopsong ist eine wichtige Kunstform: Teenage Kicks, Blitzkrieg Bop, Cemetery Gates. Doch manchmal ist länger auch schöner. Aber es ist nicht einfach, die Spannung zu halten. Hier die Elf der besten Songs mit zehn Minuten oder mehr (remember: strictly no Stairway To Heaven):
1. Kraftwerk: Autobahn 22:43 Minuten
2. Spacemen 3: Rollercoaster 17:24
3. Frankie Goes To Hollywood: Welcome To The Pleasuredome 13:41
4. Neu!: Hallogallo 10:07
5. Can: You Doo Right 20:19
6. Daft Punk: Too Long 10:00
7. Fela Kuti: ITT 2 13:43
8. Pink Floyd: Shine On You Crazy Diamond Part One 13:31
9. Harmonia: Sehr kosmisch 10:56
10. La Düsseldorf: Cha Cha 2000 20:01
11. Velvet Underground: Sister Ray 17:27
(Nervig ist, dass man bei iTunes dann meist das ganze Album kaufen muss. Ist das bei anderen Anbietern auch so?)

Muslimischer Think Tank gegen Extremismus stellt sich vor

Der Ort ist gut gewählt. Der neue muslimische Think Tank stellt sich im British Museum vor und vermittelt damit eine klare Botschaft: Diese Organisation steht in der Tradition des Westens. Sie ist gegründet von Menschen, deren Heimat Großbritannien und deren Religion der Islam ist. Die Quilliam-Stiftung, die sich am Dienstag in London präsentiert, beschreibt sich selbst als „Think Tank gegen Extremismus“.

„Wir können nicht Al Qaida entradikalisieren“, sagt Ed Husain, Quilliam-Mitgründer und Autor des Buches „The Islamist“, in dem er seinen Weg vom jungen muslimischen Briten zum Extremisten und zum Aussteiger beschreibt. Aber die neue Organisation könne jungen, gefährdeten Muslimen andere Wege aufzeigen, die Mythen der Fundamentalisten widerlegen und dabei helfen, einen „westlichen Islam wiederzubeleben“, der sich an Werten wie Toleranz, Rationalität und Gleichberechtigung orientiere. Dazu wollen Aussteiger wie Ed Husain in die Moscheen und Jugendtreffs gehen, um mit den jungen Muslimen zu diskutieren.

Ein erster großer Kongress der Stiftung soll sich mit dem Thema Frauen im Islam befassen. Ein erstes Arbeitspapier legt der Think Tank am Dienstag im British Museum bereits vor. Mit Empfehlungen zum Kampf gegen Extremismus. Zu den Vorschlägen gehören Rehabilitierungszentren für Extremisten als Anreiz für Aussteiger, Druck auf muslimische Organisationen, sich öffentlich von radikalen Predigern und Autoren zu distanzieren, oder die Arbeit gegen die Radikalisierung junger Muslime in Gefängnissen.

Wer zum British Museum will, der steigt am U-Bahnhof Russell Square aus. Am 7. Juli 2005 kamen dort 26 Menschen ums Leben, fast die Hälfte der Opfer, die an dem Tag von Selbstmordattentätern in London ermordet wurden. Rachel North war in dem Waggon, in dem eine der Bomben gezündet wurde. Jetzt unterstützt sie Quilliam. „Der Islam ist nicht der Feind, sondern Teil der Lösung des Problems“, sagt die Londonerin, die in ihrer Rede daran erinnert, dass auch Muslime zu den Anschlagsopfern gehörten. Als Rachel North davon erzählt, wie sich die verletzten Überlebenden im dunklen Waggon gegenseitig Mut machten, herrscht atemlose Stille im mit 300 Gästen gefüllten Vortragssaal des Museums.

Das Gedankengut, das zu Taten wie denen vom 7. Juli 2005 führt, kennen Ed Husain und Maajid Nawaz, die Quilliam-Gründer, aus eigener Erfahrung. Beide sind ehemalige Mitglieder der fundamentalistischen, in Deutschland verbotenen Hizb ut-Tahrir (Partei der Befreiung). Von der panislamischen Ideologie dieser Organisation haben sie sich losgesagt, nachdem sie sich eingehender mit islamischer Lehre beschäftigt hatten. Jetzt treten sie für einen anderen, aber aus ihrer Sicht gar nicht so neuen Islam ein, für „unser andalusisches Erbe von Pluralismus und Respekt“. Und für ein britisches Erbe: Denn nicht nur der Ort der Vorstellung, auch der Name der Stiftung ist Programm: Sie wurde benannt nach Abdullah William Quilliam, einem englischen Konvertiten, der 1889 in Liverpool Großbritanniens erste Moschee gegründet hatte – im Geiste des Dialogs.

Den aktuellen Dialog beleben sollen prominente Unterstützer. Eine Reihe renommierter muslimischer Gelehrter gehört zum Beraterkreis. Es wäre gut gewesen, wenn diese Initiative früher und aus ihren Reihen gekommen wäre, merken einige selbstkritisch an. Paddy Ashdown, der frühere Chef der britischen Liberaldemokraten und ehemalige Sondergesandte für Bosnien-Herzegowina, unterstützt Quilliam ebenfalls. Wie auch der Historiker Timothy Garton Ash, der sich im British Museum als Atheist und Liberaler vorstellt und auf „Kernwerte“ wie das Recht auf freie Meinungsäußerung und gleiche Rechte für Frauen pocht.

Neben Rachel North steht mit Jemima Khan noch eine weitere Frau am Rednerpult. Ihr Lebenslauf ist glamourös: Designerin, Unicef-Botschafterin, Ex-Frau des früheren Kricketstars und jetzigen pakistanischen Politikers Imran Khan, Ex-Freundin des Schauspielers Hugh Grant, Tochter des Milliardärs James Goldsmith. „Ich weiß, dass ich nicht dem Idealbild einer Muslimin entspreche“, sagt Jemima Khan, die areligiös aufgewachsen und nach ihrer Heirat mit Imran Khan Muslimin geworden ist. Aber gerade deshalb hätten die Quilliam-Gründer sie ermuntert dabeizusein. Jemima Khan berichtet von Drohungen durch Fundamentalisten gegen die neue Organisation. Aus Angst habe sie beinahe nicht mitgemacht. Doch sie sei umgestimmt worden: „Wenn es keine Reaktion von der dunklen Seite gibt, dann liegen wir falsch“, habe Ed Husain zu ihr gesagt.

(Weitere Berichte hier und hier.)

Le Stink oder Der Stink

Die Engländer klagen über Le Stink oder Der Stink, eine miefende Wolke, für die Ostwind und die Deutschen, wahlweise Franzosen, verantwortlich gemacht werden. Der Ärger ist nachvollziehbar. Die Engländer haben Angst, dass ihr landesübliches Aroma überdeckt wird. Die liebgewonnene Mischung aus Bratfettgeruch, Alkoholdunst und dem Duft von Hektolitern süßlichen Parfüms.