Hitler aus Wachs

Das moderne Deutschland hat verstanden, dass die Geschichte wichtig ist – das ist ein Grund, warum die Geschichte nicht mehr alles überlagert. Dieser kluge Satz stammt von einem Briten, Bürger eines Landes, das seit der Nazi-Zeit besonders kritisch auf Deutschland schaut. Steve Crawshaw, Autor des Buches „Easier Fatherland. Germany And The Twenty-First Century“, will damit sagen, dass das wiedervereinigte Deutschland zu sich gefunden hat: Es leugnet oder verdrängt die Nazi-Zeit nicht mehr, es ist aber auch nicht mehr grüblerisch und voller Selbstzweifel davon besessen. Mehr als sechs Jahrzehnte nach Kriegsende sei eine Balance gefunden. Vor diesem Hintergrund wirkt der Aufschrei wegen einer Wachsfigur in der neuen Berliner Dependance von Madame Tussaud wie ein kleiner Rückfall in die Zeit von Verdrängung auf der einen und ritueller Selbstzerfleischung auf der anderen Seite. Hitler ist eine Figur der deutschen Geschichte, also gehört er in jede Ausstellung, die einen Überblick über deutsche Kultur, Politik und Geschichte bietet – auch in der populären Form eines Wachsfigurenkabinetts. Rührend die Einlassung des Berlin-Vermarkters Nerger: Hitlers Wachsfigur sei wohl keine Gefahr für den Tourismus. Nerger weiß genau, dass gerade dieser Teil der deutschen Geschichte Touristen anzieht. Und Berlin leugnet dies ja auch nicht, sondern geht damit verantwortungsvoll um. Hitler aus Wachs, nicht in Heldenpose, sondern zum Untergang verurteilt im Bunker, ist dazu ein weiterer Beitrag.
Hier hinter diesem Link gibt es auch die Gegenmeinung.
Und hier eine Internet-Abstimmung zum Thema.

Pop-Tipps (2): Wir sind keine Roboter

Pivot Electro Elektro Rock Warp
Pivot verbinden digitale Sounds aus dem Computer mit krachend virtuoser E-Gitarre und wild analogem Getrommel. Rumms! Gesang würde da nur stören.
Als Vorbilder nennen die drei Australier sowohl die Talking Heads oder Arcade Fire, als auch Brian Eno, Jean Michel Jarre und Aphex Twin.
Kraftwerk fehlen verdächtig in der Liste. Wir sind keine Roboter, wollen Pivot, die gerade beim hippen britischen Label Warp unterschrieben haben, damit wohl sagen.
Mehr Pop-Tipps hier hinter diesem Link.

Ein Tor, hundertmal: In praise of Jay Jay Okocha

In sportlichen Erfolgsmeldungen tauchen zuweilen Fußballer wieder auf, die so mancher Fan längst im Ruhestand sah. Von der Insel aus verbreitete sich am Wochenende die Nachricht nach Deutschland, dass ein gewisser Augustine Okocha, genannt Jay Jay, soeben mit seinen Mannschaftskameraden in die englische Premier League aufgestiegen ist. Nach West Bromwich Albion und Stoke City hat auch Hull City, zu dessen Kader Okocha gehört, den Sprung in die Erstklassigkeit geschafft. Der Nigerianer, dessen Karriere einst bei Eintracht Frankfurt begann, war im entscheidenden Play-off-Spiel allerdings nicht dabei. Überhaupt hatte er die ganze Saison über mit Verletzungen zu kämpfen und brachte es laut Klubstatistik nur auf zehn Einsätze von Beginn an, dazu acht Einwechslungen. Eine Rote Karte sah Okocha, ein Tor gelang ihm nicht. Vor allem ein Tor aber verbindet Deutschland mit Jay Jay Okocha. Und daran erinnert sich automatisch jeder deutsche Fußballfan, wenn er die Nachricht von Okochas jüngstem Aufstieg jetzt liest oder hört. 31. August 1993, Frankfurter Waldstadion, die Eintracht spielt gegen den Karlsruher SC: Beim Stand von 2:1 für Frankfurt lässt Okocha die KSC-Abwehr und vor allem Torwart Oliver Kahn mit unzähligen Haken und Dribblings immer wieder ins Leere grätschen und hechten, bevor er lässig zum Tor des Jahres vollendet. „Liebe Zuschauer! Die Zeit für meinen Bericht ist zwar abgelaufen, aber egal“, schreit Sat-1-Reporter Jörg Dahlmann ins Mikrofon. „Ich zeig’ ihnen dieses Tor jetzt noch hundertmal. Sollen sie mich rausschmeißen deswegen.“ Gefährdet Jay Jay Okocha also künftig noch Reporterjobs auf der Insel? Er überlege, ließ der 34-Jährige mitteilen, ob er nun ein Jahr dranhänge. Eigentlich sind die vergleichsweise schwachen Abwehrreihen in der ansonsten stärksten Liga der Welt die idealen Sparringspartner für einen wie ihn. Fragt sich nur, ob Hull – in Deutschland bekannt bestenfalls durch das Album „London 0 Hull 4“ der Band Housemartins – überhaupt bis in den Strafraum des Gegners kommt, wenn der kleine Klub aus Yorkshire nach seinem ersten Erstliga-Aufstieg in der Vereinsgeschichte künftig gegen Arsenal, Chelsea oder Manchester United antritt. Hull droht das Schicksal des Vorjahresaufsteigers Derby County, der mit elf Punkten und einer Tordifferenz von minus 69 wieder abstieg. Der Ruhestand ist da womöglich die schönere Perspektive.

Euro-Tories

Mit dem Gedanken, es spätestens in zwei Jahren mit einem Premierminister David Cameron zu tun zu bekommen, sollten sich Großbritanniens Partner in der Welt langsam anfreunden: Labours Wahlniederlage in Crewe, sonst eine der Hochburgen der Partei in Nordengland, ist ein weiteres Indiz für einen Regierungswechsel nach der nächsten Unterhauswahl, die Premierminister Gordon Brown bis 2010 ausrufen lassen muss. Außenpolitisch hat Cameron in den ersten zweieinhalb Jahren an der Spitze der Konservativen Partei kaum Profil gewonnen. Trotzdem hat er es geschafft, sich in Europa unbeliebt zu machen, vor allem bei den eigenen Parteifreunden im EU-Parlament. Dort unternahm er den dilettantischen Versuch, eine neue, europaskeptische Gruppierung zu gründen. Bundeskanzlerin Angela Merkel ignorierte ihn deshalb zunächst. Ein Punkt aber könnte überzeugten Europäern Hoffnung machen. Darauf hat mich in einem sehr inspirierenden Gespräch Kieron O’Hara gebracht, Autor des Buches „After Blair. Conservativism Beyond Thatcher“, in dem er schon vor Camerons Amtsantritt 2005 dessen Strategie zur Modernisierung der Konservativen Partei vorweggenommen hatte. Cameron will, dass die Tories auf dem Weg in die politische Mitte alte Obsessionen hinter sich lassen, wie etwa radikale Steuersenkungen oder Ausfälle gegen Immigranten. Und womöglich auch das Feindbild EU. Eine konstruktive Europapolitik der nächsten konservativen Regierung in London – zumindest träumen darf Europa davon.

Schule hat begonnen

Empfehle allen den neuen Berliner Schulblog von Susanne Vieth-Entus (click here). Und dazu passend folgende Meldung der britischen Press Agency (womöglich ein Vorschlag zur Verbesserung der Schülerleistungen in Berlin):

Answers printed on GCSE exam papers
Pupils sat GCSE exams with some of the answers printed on the papers, it has been confirmed. The music exam scripts were sent to a number of schools ahead of this summer’s GCSE examinations, the Oxford, Cambridge and RSA Examinations (OCR) exam board said. The papers went to schools in the Herefordshire and Worcestershire area. It is believed that pupils sat the exams before the mistake was noticed. An OCR spokeswoman said: „OCR regrets that a printing error may have affected a small number of marks on the GCSE music question paper. „We are putting procedures in place to identify the effect, if any, this had on candidates and to make allowances accordingly to ensure that no candidate is disadvantaged.“ A spokesman for the Qualification and Curriculum Authority (QCA) said the examinations regulator Ofqual would now be checking with the OCR to ensure that „appropriate measures were put in place“. An OCR spokeswoman added that it was not believed that the pupils affected by the glitch would have to resit the exam. A spokeswoman for the National Confederation of Parent Teacher Associations (NCPTA) said the mishap raised questions about the future of privatised exam boards. She said: „Every year we have mistakes made by examining boards, mistakes which seriously undermine the hard work done by our students. Every year we are told it will never happen again but still it goes on; no doubt before the end of the exam cycle there will be more.

Freedom Pass

Kurz vor neun im Pendlerzug nach Liverpool Street, Ticketkontrolle. Eine Frau zeigt ihren Freedom Pass, der älteren oder behinderten Menschen die kostenlose Fahrt mit Londons öffentlichen Verkehrsmitteln erlaubt. Mit ihrem Pass dürfe sie aber erst ab halb zehn fahren, sagt einer der beiden Kontrolleure der Passagierin. Sie bedeutet ihm mit Gesten, dass sie hörgeschädigt sei. Der eine Kontrolleur ruft den anderen. Der andere kommt herbei und versucht der Frau händeringend zu erklären, dass sie mit ihrem Freedom Pass erst ab halb zehn fahren darf. Als das nicht hilft, zeigt er ihr einen Zettel mit den entsprechenden schriftlichen Bestimmungen. Mein in zwei Jahrzehnten antrainierter Berlin-Reflex regt sich und sagt mir: Bitte jetzt nicht die Pedantentour. Doch es war nur ein Moment, dann wird mir wieder klar, dass ich ja in London bin. Daumen hoch vom Kontrolleur und ein Lächeln. Es war nur ein freundlicher Hinweis fürs nächste Mal. Und ich frage mich, wie diese Szene wohl in Berlin ausgegangen wäre.

Walthamstow goes to the dogs – nimmermehr

Wer auf die in London sehr wichtige, weil identitätsentscheidende Frage „Where do you live?“ antwortet, dass er in Walthamstow wohnt, bekommt meist den O-das-ist-ja-nicht-gerade-Shoreditch/Islington/Richmond/Hampstead-Blick, je nach Hipness- oder Richness-Faktor des Gesprächspartners. Um das leichte Unbehagen zu überbrücken, kommt dann meist der Hinweis auf die Band East 17, benannt nach dem hiesigen post code, und auf Walthamstows wichtigste Sehenswürdigkeit. Nein, nicht die wunderbare William Morris Gallery, die den Designer, Schriftsteller und großen Sohn des Bezirks ehrt. Genannt wird die Hunderennbahn, „an iconic London landmark“ (BBC) und das seit 75 Jahren. Das ist bald vorbei. Der dog track wird im August geschlossen. Wie so oft in London steckt der Verkauf an einen Investor dahinter, der auf dem Gelände des Stadions neue Wohnungen baut. Das in dem Fall unvermeidliche Wortspiel, Walthamstow goes to the dogs, ist also nicht ganz angebracht. Im Gegenteil, die Investorenpläne in der Nähe des Olympiageländes von 2012 sind eher ein weiterer Schritt zur Gentrifizierung meines Bezirks. Schon eröffnen Delis (Eat17), schon ziehen die ersten ruhiger werdenden party animals aus Hackney hierher. Ein Gutes hat das Ende des dog tracks. Von jetzt an herrscht hier William Morris allein bei den Sehenwürdigkeiten. Es sei denn, wir Walthamstower hören künftig: O, das ist ja da, wo die Hunderennbahn war.

Imagined Nation – England after Britain

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Nach den Schotten fragen sich auch die Engländer, wer sie sind und ob das Vereinigte Königreich wohl in der Zukunft ihre Heimat sein wird. Diese Frage diskutiert Herausgeber Mark Perryman mit Autoren wie Billy Bragg, Rupa Huq, Tom Nairn oder Paul Gilroy in einem neuen Buch zum Thema Englishness (im Kontrast zu Gordon Browns verzweifelter Britishness-Kampagne). Ich leiste einen kleinen Beitrag zu dem Buch, indem ich unter anderem die Identitäts- und Immigrationsdebatte in Deutschland beschreibe. Unten steht ein Auszug aus meinem Text. Ein weiterer, persönlicherer Abschnitt hier, mehr zum Buch hier.

The most intriguing bit for me in my current stay here in England was to learn that there is an identity debate going on in this country right now. Wasn’t that something for Germans, a people who had always been inclined to brooding? A late nation whose identity had been crushed by having to come to terms with the greatest atrocities in the history of mankind and then being a divided country part of which was again a dictatorship. If national identity is a process of amnesia, or as Ernest Renan in his lecture “What is a Nation?? famously put it, ‘the essential element of a nation is that all its individuals must have many things in common but it must also have forgotten many things’, then the Germans would never have a chance of being a nation again, since their crimes were too outrageous ever to be forgotten. But England? The oldest democracy which was on the right side of history for most of the time? ‘It is a mark of self-confidence: the English have not spent a great deal of time defining themselves because they haven’t needed to. Is it necessary to do so now?’ asks the Newsnight presenter Jeremy Paxman.
Germans are experts on debates about national identity, so perhaps it is richly appropriate that we should be asked to contribute to yours. Our very own Leitkulturdebatte (debate about defining culture) peaked around the turn of the millennium. Interestingly the term was coined by an immigrant scholar, Bassam Tibi, and it was not so much brought to bear on Germany alone but on European or Western identity as a whole. “The values for the desirable Leitkultur must come from cultural modernity and they are: democracy, laicism, enlightenment, human rights and civil society.? It was then adopted particularly by conservative politicians in a German debate about immigration and integration. It also catered well for a popular appetite for self-discovery. Nabelschau (navel-gazing) is one of the terms used to criticize this supposedly typically German inclination. (…)
There are none of the exclusions there used to be when Germany was in denial of being a nation founded on waves of immigration. But there has to be a certain disposition, a will for identification, by all those we should be making welcome to join in. This identification does not function along the lines of ethnicity, ancestry or ‘blood’ any more, but around the acceptance of achievements such as democracy, women’s rights, free speech, free trade, entrepreneurship, social security, functioning public services and infrastructures, tax solidarity, consensus, charity, volunteering, tolerance. This sounds very much like an expanded and more detailed list of Bassam Tibi’s Leitkultur elements. But there is a bit more, and that is at least a sense of a national heritage or culture. Culture in the sense that T.S. Eliot understood it in Notes Towards a Definition of Culture, where he listed “Derby Day, Henley Regatta, Cowes, the twelfth of August, a cup final, the dog races, the pin table, the dart board, Wensleydale cheese, boiled cabbage cut into sections, beetroot in vinegar, nineteenth century Gothic churches and the music of Elgar? as elements of English culture. This identification is less about integration, which means more or less having to give up other inherited cultures, but more about a sense of inclusion, inviting others to bring inherited cultures to add something new to the continually, but also carefully negotiated Leitkultur without alienating those unfamiliar with these new additions, nor suppressing what is perceived as the original culture. Is not our present Leitkultur nothing but an amalgamation of past inclusions? I agree with what Billy Bragg wrote in his book The Progressive Patriot about “the urge of the majority to assert itself“ and what can happen if that urge breaks out from a real or imagined suppression and „is taken to the extreme?. Nazi Germany is one of his examples for the terrible consequences such an outburst can have.

Teutonen verdrängen Madonna

Die Pop-Berichterstatter der BBC klangen einigermaßen geschockt: „Deutsche Technoband Scooter stürzt Madonna“, hieß es bei dem britischen Sender, dessen drei Buchstaben für guten Musikgeschmack sowie die jahrzehntelange öffentlich-rechtliche Förderung und liebevolle Begleitung der Popmusik stehen. Nun musste die BBC einen teutonischen Triumph vermelden: Nach nur einer Woche verdrängte das Hamburger Technoprojekt mit seinem neuesten Album „Jumping All Over The World“ Madonnas „Hard Candy“ von der Spitze der britischen Charts. Von null auf eins stieg Scooter ein. Deutscher Pop auf der Insel ganz oben – das ist immer noch äußerst selten. Und besonders Scooter stünden überraschend ganz vorn, hieß es bei der BBC weiter. Schließlich hätten sie in den letzten fünf Jahren nur zwei Singles in Großbritannien veröffentlicht. Beide verfehlten die Top 40. 2002 allerdings führten Scooter einmal fast die Singlecharts an. Die Supertramp-Coverversion „Ramp! (The Logical Song)“ kletterte immerhin bis auf Platz zwei. Kraftwerk („The Model“) und Nena („99 Red Balloons“) schafften es in den achtziger Jahren in den britischen Singlecharts auf Platz eins. Im Pop-Mutterland aber mit einem Album dort oben zu stehen, ist für eine deutsche Band ein überwältigender Erfolg. Frank Farian allerdings kann darüber nur milde lächeln. Für Boney M., ein Projekt, das so international daherkam, dass es die meisten Briten bis heute gar nicht mit Deutschland in Verbindung bringen, schrieb, produzierte und sang Farian in den Siebzigern Hits wie „Daddy Cool“ oder „Rivers of Babylon“. Gleich drei LPs hievte er auf den Spitzenplatz. Farian gelang, was sonst eher Skandinavier im Gefolge von Abba schaffen: Mit Mainstream-Pop von Europa aus die Insel zu erobern. Aus Deutschland läuft in Großbritannien meist nur, was irgendwie elektronisch klingt und sich in irgendeiner Form mit Kraftwerk in Verbindung bringen lässt. Mit etwas Liebe gilt dies wohl auch für den Stampf-Techno von Scooter. Mit ausdrücklicher Bitte um Entschuldigung, sehr geehrte Kraftwerk-Fans. Auf der Insel und anderswo.

Peter Norton schlägt das Wetter – Ebbsfleet United siegt in Wembley

Hier ein Gastbeitrag von Mathias Klappenbach, Tagesspiegel, Sportredaktion:
Peter Norton ist einer der wichtigsten Menschen bei Heimspielen. Der wetterfeste alte Herr ist Platzwart bei Ebbsfleet United, dem Klub aus der fünften englischen Liga, der von der Internet-Community myfootballclub.com gekauft worden ist. Norton ist jeden Tag auf dem Gelände. Als auf myfootballclub.co.uk mit der Videoberichterstattung begonnen wurde, war Norton der erste, der vor der Kamera stand und seine Arbeit erklärte, das virtuell-reale Projekt bekam für die User ein Gesicht. Zur Identifikationsfigur wurde Norton, nachdem er dem Tagesspiegel gesagt hatte, dass er selbst auch einen Anteil an dem Projekt kauft und ein User den Artikel ins Englische übersetzt hatte. Eine der Folgen ist, dass sich Norton derzeit auf ihm völlig unbekanntem Terrain bewegt: In den Charts. Sein Videointerview wurde mit brasilianischer Percussion und Fußballgesängen unterlegt, herausgekommen ist ein von „Justinio“ abgemixter Dancetrack, der durchaus im Ohr bleibt. Denn Norton scheint cool zu rappen, und der Refrain „Beat the weather, never get caught in the weather“ beschäftigt jeden Tag längst nicht nur die Platzwarte dieser Welt. Der Song schaffte es in sogar in die iTunes-Dance-Charts. Von den Einnahmen soll ein Düngemittelverteiler angeschafft werden, der Norton die Arbeit erleichtert. Peter Norton hört, wenn er sich nicht um den Platz kümmert, gerne Frank Sinatra und Modern Jazz. Heute steht für Norton und Ebbsfleet noch ein ganz besonderes Auswärtsspiel an. Der Klub steht überraschend im Finale des Pokalwettbewerbs FA Trophy, im Wembley-Stadion vor mehr als 20000 Zuschauern. Dort kann das Internetprojekt auswärts seinen ersten Titel gewinnen. Ohnehin besser als Platz eins in den Charts.

Nachtrag am Nachmittag: Ebbsfleet hat Torquay United in Wembley 1:0 geschlagen. Mehr hier hinter diesem Link.