Bavarian Beerhouse: How to eat the Weisswurst (and watch Schalke win)

Das Bavarian Beerhouse in Islington ist eine Oase des deutschen Fußballs. Gern wird hier allerdings Bayern München gezeigt. Oder die Bremer haben mal wieder schneller reserviert. Gestern war sturmfreie Bude für die Schalker Community, nachdem die anderen in der Champions League entweder gar nicht dabei waren oder schon draußen sind. Ein Hinterzimmer hatten wir für uns, um Kuranyis Tor und den Sieg gegen Porto zu feiern. Vorn ergingen sich brauchtumsergriffene Japaner und geburtstagsfeiernde Briten. Der Laden ist womöglich a bisserl peinlich, aber auch der einzige Ort in London, an dem man richtig gutes deutsches Bier trinken kann – und natürlich Weißwurst isst, deren korrekte Darreichung ein Beipackzettel erklärt:
„How to eat the Weisswurst? Don’t try to eat the skin!! Take it off. The skin is very thin and not easy to take off gracefully or without loosing (sic!) half of this succulent sausage. 1. With fork and a sharp knife cut the sausage in half. 2. Poke the fork into the freshly cut side of the first half to hold it. 3. Use the knife to slit the skin lengthwise. 4. Slide the blade gently between the skin and the meat. 5. Push the blade with the skin against the plate to block it. 6. Start turning the fork to unroll the skin. 7. You made it, now start over for the second half. Guten Appetit!“
Das Teil in der Mitte durchzuschneiden ist natürlich eine Amateurlösung, Profis zutzeln (zuzeln?) die ganze Wurst – selbst wenn sie aus dem Ruhrgebiet kommen oder aus Berlin.

„Der meldet sich nicht bei mir ab“

Nach einem Jahr unter höflichen, zuvorkommenden Menschen in Großbritannien ist es manchmal schwierig, sich wieder auf maulig deutsche Kleinstbefindlichkeiten einzustellen. Hier ein ethnographisch interessantes Telefonat mit der Firma Hochtief in Essen:
Journalist: „Guten Tag, Markus Hesselmann, ich recherchiere eine Geschichte zu den Olympiavorbereitungen in London. Es heißt, Hochtief sei aus dem Bau der olympischen Schwimmhalle ausgestiegen.“
Pressesprecher: „Na da müssen Sie bei unserer Tochter Hochtief Construction anrufen (mit dem Tonfall, dass man das doch wohl hätte wissen müssen). Dr X, Durchwahl Y.“
Journalist: „Vielen Dank, wann ist denn Dr. X im Hause?“
Pressesprecher: „Der meldet sich nicht bei mir ab. Jetzt ist er jedenfalls nicht da. Ich habe hier Dutzende Anrufe jeden Tag, wann der und der kommt.“
Journalist: „Entschuldigung, dass ich frage. Aber bei uns in Berlin in der Redaktion rufen auch Leute an und fragen, wann der und der wohl erwartet wird. Und dann ist das für uns auch kein Drama.“
Pressesprecher: „Na wenn das so wichtig ist.“
(Das nun folgende nickelige Geplänkel, auch für den Journalisten kein Ruhmesblatt, erspare ich den Lesern dieser Zeilen.)
Ich frage mich, wie man „Der meldet sich nicht bei mir ab“ wohl idiomatisch korrekt ins Englische übersetzt. Vielleicht weiß „Sprachfetzen“ weiter, einer meiner deutschen Lieblingsblogs aus London und in solchen Zweifelsfragen maßgeblich…

Glamour kommt auf den Hund

Der Reiseführer Lonely Planet bescheinigte Großbritannien unlängst eine „ever-growing obsession with fame and celebrity“. Jetzt liegen zu diesem Themenkomplex neue Forschungsergebnisse vor. Die Haustierhilfsorganisation PDSA hat in ihren Anlaufstellen die Namen der dort behandelten Hunde, Katzen, Hamster recherchiert. Signifikant war ein Trend hin zu Sport, Pop und sonstigem Glamour. PDSA veröffentlichte daraufhin folgende Liste der beliebtesten Celebritynamen für britische Haustiere:
1. Tyson (Mike)
2. Harry (Potter oder Prinz)
3. Ozzy (Osbourne)
4. Robbie (Williams)
5. Rooney (Wayne)
6. Beckham (David)
7. Paris (Hilton)
8. Elvis (Presley)
9. Jessie (Wallace, Schauspielerin, bekannt durch die Fernsehsoap „East Enders“)
10. Britney (Spears)
mehr dazu hier

German humour – mit Schwung, Schmiss, Schmelz und Biss

Kurz vorm Fest erreicht mich aus der alten Heimat folgende hohlspiegelig heinzerhardteske Pressemitteilung (why me?):

Weiße Weihnachten jetzt noch heller, dank KU64-Power-Bleaching
Die Zahnspezialisten von KU64 sorgen für ein strahlendes Lächeln und Fest!
Mit Power-Bleaching und Zoom!-Technologie garantiert KU64 strahlend weiße Zähne
Sich selber oder anderen weiße Zähne schenken; auch kurzfristige Termine möglich
Besonderer Service für Raucher – Nichtraucher-Seminar in der Praxis

Berlin. Ob es in diesem Jahr beim Traum von der weißen Weihnacht bleibt, hängt vom Wetter ab – und vom Zahnarzt! Grade in der vorweihnachtlichen Zeit und während der Feiertage genießt man viel Schokolade, Gebäck, Tee, Kaffee oder Rotwein – die Leidenschaft vieler Menschen zeichnet sich dann deutlich auf den Zähnen ab. Das strahlende Lächeln wird zum grauen Schatten seiner selbst. […]

Vgl. unbedingt dazu auch hier.

Übersetzungskünstler (1)

Ein Glanzstück digitaler Übersetzungskunst: „The new scene should produce its own stars. For example Pull in Emergency. The two girls and three boys, average ages 14, make melodious scratch leagues of guitar pop. „The term Punk would be me rather“, guitarist Alice Costelloe says and gives notice as a precaution for coming songs more hardness on. Already now the song causes astonishingly ripen. Pull in Emergency sound, would have gets lost itself as an American song clerk in the practice cellar of a British guitar volume. An exciting mixture. Recently Pull in Emergency signed in courage Records deal.  There they are now colleagues of Depeche fashion and nod nick Cave. Schülerkombo is differently.“ (gefunden hier)

Und in Demut das deutsche Original (von hier): „Die neue Szene soll ihre eigenen Stars hervorbringen. Zum Beispiel Pull In Emergency. Die zwei Mädchen und drei Jungen, Durchschnittsalter 14, machen melodiös-schrammeligen Gitarrenpop. „Der Begriff Punk wäre mir lieber“, sagt Gitarristin Alice Costelloe und kündigt vorsichtshalber für kommende Songs mehr Härte an. Schon jetzt wirkt der Gesang erstaunlich reif. Pull In Emergency klingen, als habe sich eine amerikanische Songschreiberin im Übungskeller einer britischen Gitarrenband verirrt. Eine aufregende Mischung. Kürzlich haben Pull In Emergency bei Mute Records unterschrieben. Da sind sie jetzt Kollegen von Depeche Mode und Nick Cave. Schülerkombo ist anders.“