Fahrrad-Faschos auf der Insel

Mit dem Begriff des „Fahrrad-Faschos“ benennt Roger Boyes, Berlin-Korrespondent der „Times“, Tagesspiegel-Kolumnist sowie Autor der Bücher „My dear Krauts“ und „How to be a Kraut“ eine Stadtspezies, die ich bis vor kurzem für typisch deutsch hielt. Ein anderer „Times“-Mann, Matthew Parris, geißelte jetzt die Rücksichtslosigkeit und Selbstgerechtigkeit der ebenso lycra-umhüllten und hartplastik-behelmten britischen Artgenossen des deutschen Fahrrad-Faschos. In seiner Kolumne forderte Parris dazu auf, Klavierdrähte über Straßen zu spannen, um Radfahrer zu köpfen. Das kam nicht gut an. Laut BBC gab es eine „cycling fury“ samt Beschwerden beim hiesigen Presserat. Parris entschuldigte sich, er habe nur einen Witz machen wollen. Humorlosigkeit? Fahrrad-Faschismus? Beschwerdekultur? Is Britain the new Germany?

Autor: Markus Hesselmann

Tagesspiegel-Korrespondent Markus Hesselmann über Britisches, Allzubritisches aus der Metropole des Pop, des Fußballs, der Kunst und der Politik.

5 Gedanken zu „Fahrrad-Faschos auf der Insel“

  1. Habe es wiederholt versucht: Wer es schafft, mit dem Rad von Whitechapel bis zur Fleet Street (Höhe McDonald`s) zu fahren, ohne a) drei Vollbremsungen hinzulegen, b) einen Taxifahrer anzuschreien oder c) in eine Bustür zu treten, dem gebe ich einen aus. Bus-Faschos! Taxi-Faschos! Darüber regt sich niemand auf!

  2. Intriguing! Bus-und Taxi-Faschos hätte ich bislang auch eher in Berlin verortet. Etwa wenn die einen sich selbst ermächtigen, auf freundliche Fragen von Fahrgästen nicht zu antworten, oder die anderen 50-Euro-Scheine als Zahlungsmittel ablehnen.

  3. @ Peter Sendscheid „Darüber regt sich niemand auf!“
    Oder wenn Autofahrer mit Tempo 50 mph um die Ecke fahren, ohne Ruecksicht auf eventuelle Fussgaenger.

    Ja, was bisweilen als Englischer Humor bezeichnet wird, ist einfach nur Dummheit im weitesten Sinne. Parris’s Artikel ist das beste Beispiel.

  4. Zu Berliner Busfahrern:

    Mittlerweile neigen die Busfahrer nicht mehr dazu die 50 Euro-Scheine abzulehnen. Vielmehr nehmen sie den Schein an. Ergötzen sich dann aber an ihrer kleinen Rache, indem sie das Wechselgeld herausgeben – aber in Stücken. So dass man dabacg ein Kilo Kleingeld mit sich rumträgt… Oder sie bitten den Fahrgast, an dem kleinen Kiosk neben der Bushaltestelle schnell wechseln zu gehen. Was dieser dann auch tut – und sobald er den Bus verlassen hat, schließt die Tür und der Bus fährt ab…

    Von Berliner Busfahrern kann ich einige Geschichten erzählen… Bin bisher Gottseidank nur Beobachter solcher geworden und nicht selbst „Opfer“…

  5. What I find most interesting about Dr. Fritz Vahrenholt’s armnegut is that it seems to have arisen because of one sloppily written report/research paper. Just because one group of scientists gets overzealous and write a paper containing falsehoods doesn’t mean that the problem (AGW) doesn’t exist!!! Re-read the article; this really seems to be his major bone of contention.Just because there are some bad teachers out there doesn’t mean education is bad or full of lies. Look at the entirety of the research that has been done by INDEPENDENT researchers and stop speculating11fb8 without knowing all the facts. The crap people write here is frightening; it is obvious they are just repeating little snippets of information they heard from God knows where without having any idea of the entire process.The armnegut that we haven’t experienced periods of warming in the last x million years therefore we aren’t likely to experience it now is absolute nonsense. The big difference between the last x million years and now is human beings pumping massive amounts of CO2 into the atmosphere!!

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