British jobs for British workers

Ich hatte mich schon gewundert, dass da nichts mehr kam. Nun kommt doch noch was. Im „Guardian“ erzählt Charles Clarke, ein früherer Labour-Minister, vom Ärger in der Partei über Gordon Browns Spruch von den „Britsh jobs for British workers“. Über diese populistische Einlassung regten sich viele Labour-Abgeordnete auf, sagt Clarke, aber keiner traue sich, etwas laut zu sagen, weil dies als illoyal gegenüber dem ohnehin angeschlagenen Premierminister ausgelegt werden könnte. Heute wurde Brown auf seiner letzten Downing-Street-Pressekonferenz vor Weihnachten mit der Kritik konfrontiert. Er werde sich dafür auf keinen Fall entschuldigen sagte Brown. Gemeint habe er, dass arbeitslose Briten ermuntert und in die Lage versetzt werden müssten, offene Stellen anzunehmen. Machen wir mit dem Brown-Spruch den Laibach-Test: Das slowenische Künstlerkollektiv Laibach nimmt in seinen Werken Slogans und Songtexte aus dem Zusammenhang und macht sie ehrlicher. Oft reicht schon die Übersetzung ins Deutsche, „One flesh, one bone, one true religion, one race, one hope, one real decision“, eine Zeile aus einem Song von Queen, klingt in Laibachs Version so: „Ein Fleisch, ein Blut, ein wahrer Glaube, eine Rasse und ein Traum, ein starker Wille.“ Wie würde demnach wohl „Deutsche Arbeitsplätze für deutsche Arbeiter“ klingen? Irgendwie ungut, egal wie man das dann hinterher wieder einzuordnen versucht.

Autor: Markus Hesselmann

Tagesspiegel-Korrespondent Markus Hesselmann über Britisches, Allzubritisches aus der Metropole des Pop, des Fußballs, der Kunst und der Politik.

2 Gedanken zu „British jobs for British workers“

  1. Alles halb so schlimm. Nur populistische Aussagen, wie sie von jedem Politiker gerne mal gemacht werden. Wenn Immigrants Stellen besetzen, dann deshalb, weil Einheimische diese nicht besetzen koennen. Wie bei den Deutschen, so auch bei den Britons das Problem: keine Fremdsprachen, niedriges Bildungsniveau, keine Auslandserfahrung, Pflegmatismus, eine gewisse Starrheit, Unflexibilitaet. Wenn in einer Generation „East Enders“/“GZSZ“ die Hauptquelle der Bildung sind, dann muss man sich auch nicht wundern, wenn andere kommen und besser sind. Im uebrigen finden Sie dieses Phaenomen nicht nur bei Jobs, deren Gehaltshoehe mit Einzug der Polen sank wie die Gastronomie. Auch fuer gut bezahlte Jobs finden sie keinen Englaender aufgrund o.g. Maengel.

  2. Ich denke mal auch -> das würde nicht schlecht klingen
    “Deutsche Arbeitsplätze für deutsche Arbeiter? allerdings entscheidet das letztlich nicht die Politik sondern der Investor, der aus seinem Geld Profit machen will. London ist schon fast Wahlheimat vieler Polen, wer kann es Ihnen verdenken. In Deutschland regiert natürlich auch das Kapital. Selbst wenn der Grundsatz gelten würde, wäre der Nachweis der Nichteinhaltung zu führen. Das wäre lächerlich.

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