Rauchverbot gefährdet Klimaschutz

Ich bin kein militanter Nichtraucher, obwohl mich das rücksichtslose Gequarze in Berlins Kneipen und Restaurants stört. Seit ich in London lebe, der Stadt des reibungs- und übergangslos funktionierenden Rauchverbots, werde ich unleidiger (kann man ein Wort mit un- überhaupt steigern?), wenn mir beim Heimatbesuch in Berlin wieder einmal jemand vom Nachbartisch herüber seinen Teer ins Essen pustet. In London werden durch das Rauchverbot wildfremde Menschen zu Freunden beim gemeinsamen Zigarettchen auf der Straße vorm Pub. Der schöne neue Brauch gefährdet nach Ansicht der Umweltorganisation Friends of the Earth allerdings den Klimaschutz. Heizstrahler vor Kneipentüren werden künftig zehnmal mehr Treibhausgase verursachen, haben Experten vorsichtshalber schon einmal ausgerechnet. Die Umweltschützer fordern: das nächste Verbot: den Heizpilzbann.

P.S.: In keinem Zusammenhang zu dieser Meldung dürfte stehen, dass Prinz Harry jetzt versucht, das Rauchen aufzugeben. Oder steckt Vater Charles, der Ökoprinz, dahinter?

Siehe auch: Plastiktüten verbieten.

Autor: Markus Hesselmann

Tagesspiegel-Korrespondent Markus Hesselmann über Britisches, Allzubritisches aus der Metropole des Pop, des Fußballs, der Kunst und der Politik.

4 Gedanken zu „Rauchverbot gefährdet Klimaschutz“

  1. Rauchverbot in Neuseeland

    Mit großem Vergnügen gehe ich hier als Nichtraucherin aus. Das Rauchen ist nicht nur in den Cafes, Gaststätten etc verboten, sondern auch davor, wenn es Tische im Freien gibt. Raucher stehen dann auf der gegenüberliegenden Straßenseite – ohne Heizpils.
    Des weiteren ist das Rauchen in überdachten Bushaltestellen verboten. Ein umfassender Schutz – Raucher sind kaum noch zu sehen…

  2. Das ist auch ganz praktisch gelöst. Hunde sind in den Innerstädten nicht erlaubt. Sie dürfen in kein Restaurant, kein Cafe etc. Selbst im Wald habe ich beobchtet, dass die Hundebesitzer den Kot aufsammeln. Hundedreck auf der Staße habe ich nirgendwo gesehen…. Denken Sie aber nicht, dass NZ ein sauberes Land ist. Leere Batterien landen rücksichtlos auf der Müllkippe. Eine andere Form der Müllbeseitigung als „Landfilling“ gibt es hier nicht.

  3. Das ist hier genauso: Kein Hundedreck, aber jede Menge Litter. Woher das wohl kommt, dass die Angelsachsen das eine Problem gelöst haben, das andere aber offenbar gar nicht als Problem ansehen? Seinem Nachbarn am feuchtfröhlichen Freitagabend die Pommesschachteln und Bierdosen in den Vorgarten zu werfen, scheint hier durchaus sportlichen Charakter zu haben.

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