WM-Qualifikation: Gottseidank nicht gegen England

Neue Fußballdramen zwischen England und Deutschland wird es vor 2010 also nicht geben. Die EM hat England verpasst, und in der WM-Qualifikation gehen sich „The Best of Enemies“, wie sie David Downing in seinem Buch desselben Namens genannt hat, aus dem Weg. Im Moment ist das gut so. Ich freue mich immer über deutsche Siege gegen England, vor allem hier in Wembley, aber beim nächsten großen Turnier muss England wieder dabei sein. Schon damit es dann wieder ein wirklich großes deutsch-englisches Fußballdrama geben kann – sagen wir im Halbfinale – mit Tränen, Elfmetern und Kriegserwähnungen im Geiste Basil Fawltys.

Einfach wird es aber auch so nicht für England: Noch einmal Kroatien, das hat schon was von Wiederholungszwang und löst bei den  zartbeseelten Premier-League-Stars sicher neue Angstschocks aus. Dann auch noch Andorra. Den englischen Spielern dröhnen die Schmähungen ihrer Fans während des Gegurkes beim Zwergstaat-Team wohl heute noch in den Ohren. Der Ukrainer Andrej Schewtschenko wird England für seine Demütigungen bei Chelsea büßen lassen wollen. Kasachstan will wegen der Gemeinheiten des englischen Komikers Sacha „Borat“ Baron Cohen Genugtuung. Weißrussland wiederum ist vom Glamourfaktor her ein Albtraum für kauf- und feierwütige wags (wives and girlfriends).

Autor: Markus Hesselmann

Tagesspiegel-Korrespondent Markus Hesselmann über Britisches, Allzubritisches aus der Metropole des Pop, des Fußballs, der Kunst und der Politik.