Nicht übersetzt, aber gut (1): Ein Hitler-Imitator auf dem Wege zu sich selbst

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Ich möchte hier ab und zu Bücher empfehlen, die nur auf Englisch erschienen sind. Inzwischen lesen ja viele Deutsche ihre angelsächsischen Lieblingsautoren im Original. Los geht es mit dem britischen Lieblingsthema: The Führer. Der Stand-Up-Comedian Mark Watson setzt ein Projekt von John Cleese fort (Fawlty Towers, „Don’t mention the war“ und all das). Watson karikiert in seinem Roman „A Light-Hearted Look At Murder“ die Fixierung der Briten auf die Nazizeit. Held des Buchs ist ein Hitler-Imitator auf dem Wege zu sich selbst. Der deutsche Cambridge-Student Andreas erarbeitet sich im Partyeinsatz als Führer-Doppelgänger gutes Geld und die Liebe einer faszinierenden Frau. Das führt zu allerlei Verwicklungen, Identitätskrisen und in historische Abgründe, die den Helden von seiner Familie daheim in Berlin entfremden und ihn sogar ins Gefängnis bringen. Die Szenen aus einem von Neonazis durchsetzten Post-Mauerfall- Berlin sind etwas klischeeartig geraten, aber Spaß macht das Buch auf jeden Fall.

Autor: Markus Hesselmann

Tagesspiegel-Korrespondent Markus Hesselmann über Britisches, Allzubritisches aus der Metropole des Pop, des Fußballs, der Kunst und der Politik.

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