Plastiktüten verbieten

Der britische Premierminister und Labourchef Gordon Brown will grüner strahlen als sein konservativer Herausforderer David Cameron und Einkaufstüten aus Plastik verbieten. Die Idee klingt gut und man sollte auch in Deutschland darüber nachdenken. Auf der Insel allerdings wäre das ein Kulturschock. In den Läden gehört es zum auch sonst guten Service, dass  freundliche Kassiererinnen den Einkauf für ihre Kunden in kostenlosen Tüten verstauen – und zwar nach dem Prinzip: Darf es ein bisschen mehr sein, mehr Plastik. Ich bitte dann meist darum, doch möglichst alles in eine Tüte zu packen. Und fühle mich von verständnislosen Blicken als typisch deutscher Ökokompromissler entlarvt.

Autor: Markus Hesselmann

Tagesspiegel-Korrespondent Markus Hesselmann über Britisches, Allzubritisches aus der Metropole des Pop, des Fußballs, der Kunst und der Politik.

6 Gedanken zu „Plastiktüten verbieten“

  1. Wer von London 700 Meilen nach Nordwesten fährt, wird sehen, dass man die Vorliebe der Inselbewohner für Plastik problemlos ändern kann – Irland hat vor ein paar Jahre einen „tax“ auf Plastiktüten eingeführt – 22 Cent das Stück – und siehe da! alle bringen wie die Deutschen ihre Einkaufstasche mit. Problem gelöst.

  2. Irlands Kampf gegen die Plastiktüte wurde gerade auch in „National Geographic“ lobend erwähnt. Sowie die Stadt San Francisco, eine Insel im tütenverrückten Amerika. In Deutschland werden demnach allerdings jährlich immer noch 3,5 Milliarden Plastiktüten verbraucht.
    Hier der Link zu „National Geographic“ (die „Tütenterror“-Meldung steht auf der Seite dann etwas weiter unten):
    http://www.nationalgeographic.de/php/magazin/redaktion/2007/10/redaktion_faszination_erde.htm

  3. Da sieht man deutlich, wie weitsichtig Studenten in Wettbewerben in Berlin sein können.Wer Gesschmack für Papier und Kunst hat, sollte das Projekt http://www.bag-to art.de im Rahmen des FU preneur-Wettbewerbs kennen lernen. Alle, die London zeigen wollen, wie es gehen kann, sind hierzu herzlich eingeladen… Und wer über die Feiertage nach London fährt, weiß jetzt, worauf es beim Tragen ankommt, um anzukommen.

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