The Great British Superlative – Hilfe vom Philologen

Superlative aus Greatest Britain wurden hier ausgebreitet und hier diskutiert. Jetzt half ein großer Philologe bei der Einordnung. Bei der Lektüre von „LTI – Notizbuch eines Philologen“ fiel mir folgender Satz auf, mit dem Victor Klemperer den spielerischen amerikanischen Superlativ vom Superlativ-Wahn der Nazisprache (Lingua Tertii Imperii, LTI) abgrenzt: „Ich und du, lieber Leser, wir haben beide die gleiche Freude am Übertreiben, wir wissen beide, wie es gemeint ist – also lüge ich ja gar nicht, du subtrahierst schon von selber das Nötige, und von meiner Anpreisung geht keine Täuschung aus, sie prägt sich dir durch superlativische Form nur fester und angenehmer ein!“ Klemperer spricht hier von amerikanischer Werbung, aber ich glaube, dass sich diese kleine Rezeptionstheorie auch auf die britischen Zeitungen und ihren unverkrampften Umgang mit Zahlen, Zuspitzungen und Zitaten ausdehnen lässt. Ich habe verstanden und lese jetzt britisch-entspannter.

Autor: Markus Hesselmann

Tagesspiegel-Korrespondent Markus Hesselmann über Britisches, Allzubritisches aus der Metropole des Pop, des Fußballs, der Kunst und der Politik.

2 Gedanken zu „The Great British Superlative – Hilfe vom Philologen“

  1. Die ultimative Website für alle Freunde britischer Superlative ist und bleibt: shamedagain.blogspot.com/

  2. Das ist nun wirklich das Aller-Ultimativste! Den meisten Dank! Habe die Seite gleich in die (weltbeste) Blogroll aufgenommen.

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