Freedom Pass

Kurz vor neun im Pendlerzug nach Liverpool Street, Ticketkontrolle. Eine Frau zeigt ihren Freedom Pass, der älteren oder behinderten Menschen die kostenlose Fahrt mit Londons öffentlichen Verkehrsmitteln erlaubt. Mit ihrem Pass dürfe sie aber erst ab halb zehn fahren, sagt einer der beiden Kontrolleure der Passagierin. Sie bedeutet ihm mit Gesten, dass sie hörgeschädigt sei. Der eine Kontrolleur ruft den anderen. Der andere kommt herbei und versucht der Frau händeringend zu erklären, dass sie mit ihrem Freedom Pass erst ab halb zehn fahren darf. Als das nicht hilft, zeigt er ihr einen Zettel mit den entsprechenden schriftlichen Bestimmungen. Mein in zwei Jahrzehnten antrainierter Berlin-Reflex regt sich und sagt mir: Bitte jetzt nicht die Pedantentour. Doch es war nur ein Moment, dann wird mir wieder klar, dass ich ja in London bin. Daumen hoch vom Kontrolleur und ein Lächeln. Es war nur ein freundlicher Hinweis fürs nächste Mal. Und ich frage mich, wie diese Szene wohl in Berlin ausgegangen wäre.

Autor: Markus Hesselmann

Tagesspiegel-Korrespondent Markus Hesselmann über Britisches, Allzubritisches aus der Metropole des Pop, des Fußballs, der Kunst und der Politik.

23 Gedanken zu „Freedom Pass“

  1. Wenn die Frau aufgrund ihrer Behinderung einen Freedom Pass hat, darf sie auch vor 9.30 Uhr fahren. Das wissen aber nicht alle Kontrolleure.

  2. Ich finde es ja immer wieder erstaunlich, wie mir Menschen in Berlin allen Ernstes erklaeren, wie unsozial Grossbritannien waere. Soweit mir bekannt ist, wurde in Berlin die sogar noch zu bezahlende Seniorenkarte abgeschafft und Kinder muessen auch bezahlen. Auch wenn man bedenkt, dass man in Berlin eine Tageskarte kaufen muss, egal, ob man alles abfaehrt, waehrend man mit der Oystercard selbst entscheiden kann, wieviel man an einem Tag bezahlt, … Aber ist schon verwirrend, 9 Uhr als Startzeit, weil sich meistens 9.30 Uhr „alles“ aendert.
    Ueber das Verhalten der Kontrolle in England und Berlin brauchen wir glaube ich kein Wort zu verlieren. Es ist alles in dem Artikel gesagt.

  3. Ja, aber Ben, warum haben Rentner/innen in Großbritannien relativ viele Vergünstigungen? Hauptsächlich weil den größten Teil der Senioren sehr (oder extrem) arm ist – was man (noch) nicht für Renter in Deutschland sagen kann. Ich erinnere mich daran, als meine Eltern hier (in Berlin) – zu dem Zeitpunkt noch nicht “ in Ruhestand“ – und sichtlich schockiert/überrascht waren, eine Gruppe ältere Bürger/innen (und nicht wie die Damen, die am Ku’damm ihrer Hunde und selber Pelz tragen) zu sehen, die sich gerade Eis aus der Waffel aßen. Die Vorstellung, dass normale Rentner in England genug Kleingeld übrig hätten, um Eis zu essen oder mal einen Kaffee trinken zu gehen, ist wirklich kaum vorstellbar. In Frankreich sterben die Alten, wenn es im Sommer zu heiß wird; auf der Insel eher wenn es im Winter zu kalt wird und sie sicht sicht trauen, die Heizung bei -10 Grad anzuschalten. Ich erinnere mich an ein „Public Information“-Filmchen wo die Thatcher-Regierung Rentner und Arme allem Ernstes empfohlen hat, Zeitungspapier als zusätzliches Insulation unter den Klamotten zu tragen. „Keep warm, keep well“. Zynisch.

    Außerdem „Disabled freedom pass holders can travel free at all times.“. Und wenn es ums Kontrollieren geht – was sollen sie denn kontrollieren? Ohne Ausweis und Meldepflicht etc. ist es immer schlecht, und meines Erachtens muß man nur eine Adresse und dazu passende PLZ kennen, damit kommt man denn durch.

  4. @d.z. bodenberg karlmarxstrasse.blogsport.de
    Es gibt hier sicher arme Rentner, wie in Berlin auch. Da wo ich lebe und was ich von England (leider hatte ich nie die Zeit, Schottland oder Wales order Nord Irland zu besuchen) bisher gesehen habe, geht es den meisten nicht so schlecht, dass sie nur noch auf Welfare angewiesen. Ich denke, die Zeiten Thatchers sind lange vorbei. Ich habe den Eindruck, dass die von mir erwaehnten Berliner Kritiker das letzte Mal in den 80ern in England waren. Zudem unterscheidet sich das Wohnen in England doch erheblich von dem in Berlin. Die meisten haben ihre Rente in Form eines Hauses oder einer Wohnung, waehrend die Renter in Berlin fleissig Miete zahlen. Nun mag ja Henley kein Beispiel sein, aber irgendwoher muss ja das Geld herkommen, wenn 50% aller Briten um und in London leben und dort die teuersten Haeuserpreise und hoechste Einkommen zu finden sind.
    Ausserdem gilt die Fahrkarte fuer alle „be aged 60 or over“ und nicht nur fuer die Aermsten.
    Im Standard gabs einen Blogbeitrag, wo jemand aus Mazedonien total ueberrascht war, weil er fuer seinen in England erlittenen Herzinfarkt nichts bezahlen musste. Ja, die A&E ist fuer alle kostenlos. Was es in Deutschland nicht ist, wenn man Auslaender ist und als Einheimischer immer noch die 10 (?) Euros zahlen muss.
    Sorry, d.z. bodenberg karlmarxstrasse.blogsport.de, England has changed. Je laenger ich hier lebe, stelle ich fest, dass etwas unsozialeres als Berlin hier nie angetroffen habe.

  5. Ben, schön wär’s. Ich bin nicht so alt, wie du es vielleicht denkst, und bin regelmässig in London. WOhnst du denn in Henley oder wie? Weißt du überhaupt, wieviel Rente, die meisten bekommen? Wohl nicht. Und Berlin soll so unsozial sein? Komisch, ich kenne einige Engländer, die vor kurzem hierhergezogen sind. Und sie wollen nie wieder dort leben. Einzig die deutsche Kranken(kassen-)versicherung bereitet uns Briten „soziale“ Probleme hier. Aber wenn es um Schulen, den öffentlichen Nahverkehr, die Eisenbahn, und was weiß ich, geht, finden sie es hier viel menschlicher. Gestern gab es eine Sendung im Deutschlandradio (eine Übernahme des ARD, glaube ich) – es ging u.a. die Unterschieder zwischen den Ärmsten und Reichsten in Deutschland. England has indeed changed. Unter Blair sind die Reichsten reicher geworden, und die Ärmsten ärmer. Das ist eine belegte Tatsache. Glücklicherweise hat Deutschland noch kein Thatcher gehabt, und Schröder, der wie Blair sein wollte, war nur relativ kurz im Amt. Hier gibt es zwar viele Probleme in der Gesellschaft, aber im Vergleich zu viele englische Städte und Städtchen, ist es hier relativ rosig. Wie oft sieht man in deutsche Innenstädte „Krawallpolizei“? Recht selten, in Berlin auf jeden Fall am 1. Mai, ansonsten kaum. Und in England? Überall, jeden Freitag und Samstag nacht. Wo ist die lückenlose Überwachung in Deutschland? Wo sind die deutsche Städte, wo der Staat (von der Polizei abgesehen) sich mehr oder weniger zurückgezogen hat, weil sie die Probleme nicht mehr bewältigen kann oder will? Und abgesehen von einige Städtchen in Sachsen (und bestimmte Stadtteile von Bremerhaven), wo sind die Orte in Deutschland, wo Faschisten regelmäßig mehr als 20% bei Wahlen bekommen? In England gibt es nicht wenige (mehrere davon in London).

    Und nochmal: die Freedom Pass gibt es in einige Varianten: entweder für Rentner, oder für Menschen mit „Behinderungen“. Ich weiß (und das stelle ich nicht in Frage), dass alle RentnerInnen die Karte bekommen (aus ihrem Steuern bezahlt; nichts ist kostenlos). Warum? Erstens, weil es so viele arme Rentner gibt. Zweitens, weil sie von der GLC vor ca 25 Jahren eingeführt wurde, von Menschen, die sich damals als SozialistInnen verstanden, die öffentliche Daseinsvorsorge für alle unterstützen („universal benefits“), u.a. weil dann können sie nur schwerer abgeschafft werden. Wie Kindergeld, oder die NHS z.B.

    P.S. „Im Standard gabs einen Blogbeitrag, wo jemand aus Mazedonien total ueberrascht war, weil er fuer seinen in England erlittenen Herzinfarkt nichts bezahlen musste.“ Ja, der Evening Standard. Tolle Gossenblatt. Vielleicht war diesem Artikel eher als Teil einer Hetzkampagne gegen Ausländer gemeint, hm? Wäre ja gut möglich. Aber vielleicht kennst du die Zeitung und die Herausgeber (und die Geschichte der Firma – ich sage nur „Hurrah for the Blackshirts!“) nicht gut.

    Sorry Ben, aber es würde mich überraschen, in welche Kreise du dich bewegst. Wie kommst du überhaupt auf Henley-on-Thames? Und zum Thema Mieten/Wohnen in England empfehle ich dir wärmstens das Buch „Estates“, bei Granta erschienen.

  6. d.z. bodenberg schreibt: „Unter Blair sind die Reichsten reicher geworden, und die Ärmsten ärmer.“ Falls die Zahlen im neuen Armutsbericht der Bundesregierung stimmen, muss derselbe Vorwurf aber auch an die Adresse der deutschen Sozialdemokraten gerichtet werden! Was die Regierungsbilanz von New Labour in Großbritannien angeht, hat im übrigen George Monbiot diese Woche im (eigentlich ja sehr ‚New Labour‘-freundlichen) Guardian alles gesagt, was zu dem Thema zu sagen ist: „This government has been the most rightwing since the second world war“. Bleibt nur zu hoffen, dass durch diese zutreffende Feststellung der allzu schlechte Ruf, den Margaret Thatcher bei den deutschen Sozialstaatsfreunden genießt, ein Stück weit korrigiert werden kann – und dass die Tories endlich wieder in der Downing Street einziehen können.

  7. Es ist ein ganzer Stoss an Vorwuerfen, d.z. bodenberg karlmarxstrasse.blogsport.de, die ich gern Schritt fuer Schritt abarbeiten wuerde.
    Wie in einer juengst erschienen Studie ueber die Armut aufgefuehrt, lag Deutschland mit 22% Armut hinter den USA (25%) und noch vor Grossbritanien mit 21%. Ein Umstand, der dem ueberzeugten Wohlstandsdeutschen bitter aufstossen mag. In Grossbritanien erhalten 1.5 Mill. Menschen negative Einkommensteuer, in Deutschland verdienen 6 Mill. so wenig mit ihrer Vollzeittaetigkeit, dass sie ergaenzende Sozialhilfe erhalten. http://tinyurl.com/6hot84
    In Deutschland gibt es 3.5 Millionen Arbeitslose und 1.7 Mill 1-Euro-Jobber, dass sind 11% Arbeitslosigkeit, in Grossbritannien 4,7% Arbeitslosigkeit.
    Zahlt man in Deutschland rund 40% an die Kranken- und Rentenkasse, sind es in England 8%. Dafuer sind die Steuern unter Blair gestiegen und die Abgaben liegen bei rund 32% insgesamt. In Deutschland inklusive Steuer bei rund 48%.
    Der Bericht ueber den Herzinfarkt ist hier zu lesen:
    http://derstandard.at/?id=3314623
    Meinen Kommentar ebenfalls, aus der Erfahrung, dass eine Freundin (Britin) im letzten Jahr in einem Berliner Krankenhaus eine kleine Not-OP erhalten musste und die Rechnung mit 78 Euros voraus bezahlen musste. Das Geld bekam sie von ihrer britischen Krankenversicherung zurueckerstattet.
    Wenn ich schrieb, „Nun mag ja Henley kein Beispiel sein“ so deshalb, weil Henley den teuersten Haeusermarkt ausserhalb Londons hat. Wenn man hier lebt, dann weiss man es. Sorry, ich habs fuer in Deutschland lebende nicht erklaert.
    Sicher gibt es in Ilford und anderen Teilen Londons erschreckende Armut. London jedoch mit Berlin zu vergleichen waere so, als ob man ein Dorf mit einer Grossstadt vergleicht. In London lassen sich viele von ausserhalb nieder, in der Hoffnung, Erfolg zu haben.
    Dass das britische Sozialgefuege anders gelagert ist, als das deutsche, versteht sich von allein, schliesslich haben beide Laender ganz unterschiedliche Sozialgefuege und hier herrscht ein viel traditionellerer Bezug zur Klasse, der zumindest in Berlin aufgrund seiner ostdeutschen Erfahrung nicht oder nur gering ausgepraegt ist. Ich habe nie in Westdeutschland gelebt, um es beurteilen zu koennen.
    Was den Nahverkehr betrifft, so moegen die Zuege zwar aelteren Baujahrs sein, in Britannien bezahle ich fuer eine Strecke hin und zurueck ungefahr die Haelfte (extremes Beispiel: ein Freund buchte letztes Jahr einen Monat vor der Abfahrt London Swansea fuer £24). Der Busverkehr auf dem Lande ist hervorragend, eine Wochenkarte im Raum Norwich (bis Lowstoft reichend) kostete mich letztes Jahr £ 7. Der Bus kam alle 30 Minuten und fuehr ueber all die kleinen Landstrassen, die in Deutschland schon lange nicht mehr bedient werden. Was die Puenkltichkeit betrifft, so kamen im letztenJahr meine Londoner Kollegen 5x zu spaet. Was die Puenktlichkeit betrifft, sollen laut Aussagen in Deutschland die Deutsche Bahn nicht annaehenrd so gut sein (ich habe es wie gesagt nie ausproberen koennen, ich kann mich nur auf Berichte verlassen). Zufaellig wohne ich nur wenige Meilen von Henley entfernt und weiss den Nahverkehr auf der Great Western Line abgehend nach Windsor, Bourne End, Marlow, Henley … sehr zu schaetzen. Eine Fahrkarte hin und zurueck nach London kostet mich £ 8.50, die Oystercard in London je nachdem £ 1 oder max. £ 4.50 (inklusive Tube und Bus, was der Betrag der Tageskarte ist). Die Tageskarte hat mich in Berlin 6.50 Euros gekostet, obwohl die BVG streikte, egal wie. Es ist der selbe Preis bei niedrigerem Einkommen.
    Zu meiner persoenlichen Situation: in Berlin lebend war mein Einkommen 364 Euros, in England angekommen, sofort Arbeit gefunden, Jahreseinkommen £26.000.
    Um mich herum, in meiner Familie leben ganz normale Menschen, die nichts aussergwoehnliches sind (kein Earl, Lord oder gar BNP, aber ich gehe davon aus, dass dies ein emotionaler Ausrutscher von Ihnen war), mehrere Kinder haben, und aufgrund des guten Einkommens auch die Bildung mitgeben koennen.
    Sorry, d.z. bodenberg karlmarxstrasse.blogsport.de, von Armut in England zu sprechen – da kann ich nur sagen, wenn ich an Deutschland denke = verarmter Adel. Warum so viele Englaender nach Deutschland kommen, weiss ich ungefaehr auch: Hier lebt man wie auf einer Insel und die Menschen sind wie wir damals in Ostdeutschland, als wir noch hinter unserer Mauer lebten. Wir wussten alles ueber die Welt, obwohl wir nie da waren. Englaender neigen auf Grund mangelnder Erfahrung im Ausland, einiges sehr kompliziert zu machen. Aber ich geniesse auch das Schwaetzchen an der Kasse (darf man niemals vergessen, ist sonst unhoeflich), alles (fast) wie in Deutschland mit der Ausnahme, dass ich bei meiner Kaufhalle alle Mitarbeiter nach 20 Jahren kannte. Das Arbeitsklima hier ist weit aus entspannter, den Druck aus Deutschland musste ich lernen abzulegen (wie alle Deutschen bei uns in der Firma ebenfalls berichteten).
    Ich begruesse es, dass mehr und mehr Englaender in Nicht-englischsprachige Laender ausreisen, was sie aber nach meiner Erfahrung noch immer davon abhaelt, die Sprache so schnell wie moeglich zu lernen. Auf jeden Fall wird einer von ihnen zurueckkommen und hier erzahlen, dass es in Europa Mischbatterien und Toilettenspuelungen auch ohne Pumpsystem gibt.

  8. @d.z. bodenberg karlmarxstrasse.blogsport.de: „Hauptsächlich weil den größten Teil der Senioren sehr (oder extrem) arm ist – was man (noch) nicht für Renter in Deutschland sagen kann.“
    Gestern abend habe ich einer Englaenderin von diesem Forenbeitrag erzaehlt, die mir darauf erwiderte, „ja es stimmt auch, die Renter erhalten hier auch sehr wenig“. Ich weiss, dass es nicht viel ist, was einige oder viele Rentner hier erhalten. Aber ich kam nicht darum herum, der Freundin zu erzahlen, dass in Deutschland viele Rentner mehr Pension erhalten, als viele Menschen an Gehalt bekommen. Ihre Antwort war, „Da stimmt dann etwas nicht“.
    d.z. bodenberg karlmarxstrasse.blogsport.de | 22.05.2008 13:11 Uhr: „(aus ihrem Steuern bezahlt; nichts ist kostenlos).“
    Auch zahlen wir die Council Tax, damit wir und die Touristen kostenlos ins Museum gehen koennen, in Berlin muss man 8 Euros bezahlen. Ich kann auch ohne zu bezahlen, in der Bibliothek ausleihen, waehrend in Berlin eine Jahresgebuehr entrichtet werden muss. Wir haben eine grosse, gut ausgestattete Bibliothek mit Internetanschluss. Von meinem rund 25%igen Steuersatz werden wahrscheinlich sogar die NHS und die Renten mitbezahlt, weil bei 8% Abgabe man gewiss nicht den Service bieten koennte.
    @ tbw: Sie sprechen mir aus der Seele. Kein Deutscher ahnt auch nur annaehernd, was Thatcher fuer das Land getan hat und wenn man Englaender fragt, werden die meisten antworten, „die hat die Bergarbeiter entlassen, furchtbare Frau“. Von denen, die das sagen, hat aber auch niemand in den 50er bis 70er Jahre bewusst miterlebt, als die Gewerkschaften mit ihren dauernden Streiks das Land lahm gelegt haben, wie in den 60ern eine aeltere Freundin sich noch gut daran erinnern kann, dass der Strom wegen Streik staendig ausfiel. Oder im Winter 78/79, der wie in Berlin auch bitter kalt war, wurden die Kranken einfach auf der Strasse vor dem Krankenhaus abgesetzt, „seht zu wie ihr klarkommt, wir streiken, uns ist egal, was mit euch wird“.
    Wie ich juengst las, fanden ja 66% der Berliner es schoen, als die BVG gestreikt hat. Wahrscheinlich wuerden Berliner auch noch Verstaendnis haben, wenn sie bei minus 10 Grad krank auf der Strasse abgestellt werden – Thatcher hat dem Spuk ein Ende bereitet, und das ist schlimm, unsozial, verwerflich.
    Blair trat 1997 mit dem Ziel an, den Arzt- und Schwesternmangel zu beheben. Jetzt hat man festgestellt, dass sich nur die Zahl der Verwaltungsangestellten vervierfacht hat. Auch hat Blair das System der Krankenhaus-Manager eingefuehrt, die ein sehr hohes Gehalt erhalten. Leider haben einige oder viele von denen nicht die Arbeit gemacht. So wurde das Reinigungspersonal entlassen und ausgelagert; die Folge war, dass Krankenhaeuser in einem schlimmen Zustand gerieten, und ein schlimer Virus Tausende hat sterben lassen. Deshalb gab es auch die Aktion, dass bis Maerz alle Krankenhaeuser mal geputzt werden (z.B. Waschbecken)sollen.
    Warum ich das alles schreibe, wo es doch mit dem Freedom Pass nichts zu tun hat? Viele Deutsche haben die Angewohnheit, alles nur negativ zu sehen und wenn das Leben anderswo nicht so ist, wie man es von zu Hause kennt, wird sofort abschaetzig ueber das Land hergezogen. Was mich an Markus Hesselmann’s Blog so erfreut, ist, dass da jemand ist, der entdeckt neues. Aha, das Land besteht also nicht nur aus „schlecht“funktionierenden Eisenbahnen und „nicht“-vorhandenem NHS. Er sagt sich, „es ist anders hier, es ist nicht besser oder schlechter, es ist anders“. Und er akzeptiert, dass es eine andere Welt ist und er freut sich ueber die positiven Eindruecke. Markus Hesselmann hat in dem einen Jahr mehr England entdeckt, als seine Kollegin von der Berliner Zeitung nach 5 Jahren Aufenthalt, die in ihrem Abschiedsbericht nur das wiedergeben konnte, was sie schon 5 Jahre zuvor wusste.

  9. Ja, es ist anders, Ben. Das finde ich auch sehr gut an diesem Blog. Es gibt die Blogs von neu-nach-Berlin-zugezogene-Engländer oder Amerikaner, die über alles in Berlin schimpfen, weil sie einfach vieles nicht verstehen. Und es gibt die Blogs, die nur Verwunderung zeigen, und alles, was „anders“ ist, toll finden. Alle sind interessant. Das mag ich auch an Markus Hesselmann.

    Dass du ein Fan von Thatcher und Thatcherismus bist, weiß man. Blair scheinst du auch gemocht zu haben. Aber du gehöhrt offentsichtlich zu den „Gewinnern“ in Großbritannien. Auch wenn 26.000 Pfund/Jahr brutto eigentlich recht wenig ist, wenn man in London damit klar kommen muß. Ich würde mich freuen, wenn die Gewerkschaften wieder „das Land lahm legen würden“. Ich würde mich aber eher freuen, wenn das nicht nötig wäre, denn es gibt Ziele, die wichtiger sind, als die Wege dorthin. Und auch wenn die Unterschiede zwischen Arm und Reich in Deutschland (under Schröder, hauptsächlich, und danach unter Merkel weiter) größer wurden, ist die Spanne zwischen ärmsten und reichsten in Deutschland keineswegs so breit wie in Großbritannien.

    Kurz nur zur Eisenbahn. Mein Bruder, er ist 30, hat zweimal studiert, wohnt jetzt außerhalb Londons (östlich, Richtung Küste) und pendelt, wie so viele, täglich 2 Stunden pro Richtung mit der Bahn zur Arbeit beim renommierten Fachverlag. Nicht, weil er so gerne in überfüllten (aber moderne) Züge steht (oder sogar manchmal sitzt), aber weil er es sich nicht leisten kann, in der Stadt zu wohnen. Und seine Jahreskarte? Für lediglich die Strecke bis in der Stadt (also ohne U-Bahn, Bus, etc.) – also nur für die Eisenbahnstrecke – bezahlt er ca. 20% mehr als eine „BahnCard 100“, Sprich eine Netzkarte fürs gesamte Bahnnetz der DB in Deutschland. So viel zur billige Fahrpreise.

  10. „Wie ich juengst las, fanden ja 66% der Berliner es schoen, als die BVG gestreikt hat. Wahrscheinlich wuerden Berliner auch noch Verstaendnis haben, wenn sie bei minus 10 Grad krank auf der Strasse abgestellt werden – Thatcher hat dem Spuk ein Ende bereitet,“

    So was ist aber leider nie passiert. Krankenschwestern etc. haben (und nicht nur in den spät-70ern) gestreikt, und zu recht – was sollte man sonst machen, wenn die Reallöhne so weit gekürzt wurden (um mindestens 20% glaube ich) innerhalb wenige Monate, und die Regierung nur über einen „Sozialpakt“ reden wollte, nicht aber Lohnerhöhungen und über bessere Arbeitsbedingungen? Alles einfach so akzeptieren? Aber keine Patienten wurden einfach deswegen „auf der Straße abbestellt“. Nie etwas von „Notdienste“ gehört? Und die Tatsache, dass Menschen, die sich selber für so einem Beruf ausopfern, nicht wollen, dass die Patienten sterben?

    Und die meisten Menschen in Großbritannien haben auch die Krankenschwestern unterstützt.

  11. d.z. bodenberg karlmarxstrasse.blogsport.de
    „Auch wenn 26.000 Pfund/Jahr brutto eigentlich recht wenig ist, wenn man in London damit klar kommen muß.“
    Fuer jemanden, der von der Armut in Berlin kommt und ein paar Tage im Land ist, neu anfaengt in einem Gebiet,in dem er nie zuvor gearbeitet hat, und einem Durchschnitteseinkommen von £30.000 in Berkshire (nur Kensington hat £36.000 average income, alle andere Londoner Stadtteile haben auch £30.000) ist es uebertrieben, dies nun auch wieder schlecht zu machen, Sie alter Berliner 😀
    Dafuer spare ich fuer meine Rente enorm, was ich in Berlin nie haette machen koennen.
    England hatte durch die Labour-Misswirtschaft (nicht fruehzeitig den Technologiestandart veraendert, an alte Industriezweige festgehalten, Aufblaehung des Oeffentlichen Dienstes in 4 Jahren von 500.000 auf 600.000) eine Inflation von 13%. In dem beruehmten Winter 78/79, als die Krankenhaeuser betsreikt wurden, war uebrigens Labour an der Macht.

  12. @d.z. bodenberg
    „Kurz nur zur Eisenbahn. Mein Bruder, er ist 30, hat zweimal studiert, wohnt jetzt außerhalb Londons (östlich, Richtung Küste) und pendelt, wie so viele, täglich 2 Stunden pro Richtung mit der Bahn zur Arbeit beim renommierten Fachverlag. Nicht, weil er so gerne in überfüllten (aber moderne) Züge steht (oder sogar manchmal sitzt), aber weil er es sich nicht leisten kann, in der Stadt zu wohnen. Und seine Jahreskarte? Für lediglich die Strecke bis in der Stadt (also ohne U-Bahn, Bus, etc.) – also nur für die Eisenbahnstrecke – bezahlt er ca. 20% mehr als eine „BahnCard 100″, Sprich eine Netzkarte fürs gesamte Bahnnetz der DB in Deutschland. So viel zur billige Fahrpreise.“
    Wenn Ihr Bruder taeglich 4 Stunden mit Bahnfahren verbringt, dann heisst das, dass er 1. das Fahrgeld (zwischen £200 und £400) dafuer hat, 2. die Zeit dafuer ihm nicht zu schade ist und 3. in einem der angenehmen, nach aussenhin einen soliden Eindruck machenden Gebiete wohnt. Sollte er nicht das Geld haben, gehts auch entschieden kuerzer, billiger, aber dafuer wohnt sich es nicht ganz so nett. Man sollte Berlinern nicht die Mitleidstour vorspielen, und die Tatsachen verschweigen. Ich meine, ich wuerde nicht in London wohnen wollen, weil ich die Countryside geniesse. Auch sind mir Job, Karriere und Wohnung nicht so wichtig, dass ich mich wie 3 Millionen Menschen tagtaeglich diesem Stress aussetzen wuerde, nur um ein Haus abzubezahlen und mit langweiligen Nachbarn abgeben wuerde.

    „Dass du ein Fan von Thatcher und Thatcherismus bist, weiß man. Blair scheinst du auch gemocht zu haben. Aber du gehöhrt offentsichtlich zu den „Gewinnern“ in Großbritannien.“
    Ich bin kein Thatcher-Fan, sondern ich weiss ihre Leistung anzuerkennen, weil ich faehig bin, die Umstaende zu beruecksichtigen. Blair war mir immer egal, aber spaetestens seit Prescotts „viktorianischer Haeuser“-Attacke in 2005 die ganze Labour Party suspect bezueglich ihres Geisteszustandes. Fuer alle in Berlin Lebenden: Prescott forderte alle Viktorianischen Haeuser (das ganze Land besteht fast nur aus diesem Viktorianischen Einheitshaus) abzureissen und durch Plattenbauten zu ersetzen, woraufhin Prince Charles erwiderte, dass er nicht einsehe, Haeuser, die schon ueber 100 Jahre stehen, abzureissen, um sie gegen Haeuser zu ersetzen, die keine 30 Jahre halten.
    „Ich würde mich freuen, wenn die Gewerkschaften wieder „das Land lahm legen würden“.“
    Haben Sie persoenlich etwas davon, wenn Grossbritannien im Streik lahm liegt oder warum freuen Sie sich? Haben Sie eventuell ein Fuhrunternehmen hier, und wuerden kraeftig daran verdienen? Aber nein, Sie wohnen ja in Berlin und freuen sich aus sicherer Entfernung, dass andere den Schaden haben.
    Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass trotz der psychologischen Panikmache von Cameran es dem Land sehr gut geht, die Gehaelter ausgeglichen sind, und die leute alles andere als an politik interessiert sind. Bevor das Land streikt, muesste schon East Enders eingestellt werden.

  13. „Wenn Ihr Bruder taeglich 4 Stunden mit Bahnfahren verbringt, dann heisst das, dass er 1. das Fahrgeld (zwischen £200 und £400) dafuer hat, 2. die Zeit dafuer ihm nicht zu schade ist und 3. in einem der angenehmen, nach aussenhin einen soliden Eindruck machenden Gebiete wohnt.“

    Ben: du hast einfach keine Ahnung. Ich könnte über Meinungen mit dir hier diskutieren, aber ich merke, dass auch wenn es um Tatsachen geht, dass du nicht mithalten kannst oder willst. Schade. Es hätte interessant sein können.
    Ende. Übrigens, es gibt kaum irgendwo billiger im südosten Englands, als wo er gerade eine winzige Wohnung „gekauft“ hat. Immerhin ist es günstiger, als dort (oder im billigsten/ärmsten Stadtteil Londons, wo wir herkommen) zu mieten. Ich freue mich übrigens, zusammen mit den Meisten BerlinerInnen, wenn hier auch gestreikt wird. Es geht nicht um mich persönlich – die BVG-Streiks waren schon anstrengend für mich – persönlich. Ich hätte mich gefreut darüber, wenn sie zu irgendeinem Ergebnis geführt hätten. Denn sie hätte eine starke Auswirkung auf viele andere Tarifrunden, auch in meine Branche übrigens. Und wenn die Gewerkschaften in GB stark wären, würden es die Rentner, die ich persönlich kenne, und meine ehemalige Klassenkameraden auch, die alle auf Pump leben (angefangen mit ca. 25.000 Pfund Studienschulden, danach sind Kreditkarten wirklich nichts, von denen man Angst haben müsste), denn sie nicht genug verdienen, um sich ein recht bescheidenes Leben in der Hauptstadt trotz 40+-Stunden-Woche (und heruntergekommene „Buy-to-Let“-Spekulanten-WGs) zu leisten. Wann bekommst du eigentlich eine Comedy-Serie auf Radio 4? So um 18:30? Da gibt es ja kaum etwas zu lachen, auch wenn die Schreiben sich bemühen.

    Und „nd die leute alles andere als an politik interessiert sind“ – habe ich jeweils etwas anders behauptet? Brot und Spiele. Lotto und Olympia. Brot ist aber viel teuerer geworden.

  14. „Und wenn die Gewerkschaften in GB stark wären, würden es die Rentner… auch sicherlich besser gehen.

    Da fehlte leider ein Halbsatz. Sorry.

  15. @Ben
    Ja, auch ich bin ein Thatcher-Fan, obwohl sie es mit den Bürgerrechten (im eigenen Land) und den Menschenrechten (man denke nur an ihre Sympathie für General Pinochet) ja nicht immer so genau nahm, wie es eigentlich wünschenswert gewesen wäre (um es mal nachsichtig zu formulieren).

    Was den Vorwurf in dem von mir genannten Guardian-Artikel angeht, dass die Blair-Regierung die am weitesten rechts stehende Regierung seit 1945 gewesen sei, so ist zu bedenken, dass dieser Vorwurf nicht zuletzt auch mit Blick auf die massive Einschränkung von Bürgerrechten und demokratischen Kontrollmöglichkeiten erhoben wird, die für die Regierungszeit von New Labour kennzeichnend war.

    Ansonsten freue ich mich immer sehr über Ihre Kommentare in diesem Blog, da ich diesen Kommentaren immer höchst interessante Informationen entnehmen kann.

  16. @tbw
    Fan von Margaret Thatcher war ich nie, und ich kaeme auch nicht auf die Idee, mir ihr Bild ins Schlafzimmer zu stellen. Sie hat ohne Frage auch Fehler gemacht, aber sie hat unter dem Strich mehr positives hinterlassen und wenn man bedenkt, was fuer ein starker Charakter sie war (noch ist, aber ich meine damals in den 70ern). Sie war ueberzeugt, alles fuer das Land zu geben und solch peinlichen persoenlichen Vorteile wie das Bezahlen lassen von Friseurrechnungen oder jetzt juengst Kuecheneinrichtungen … waeren bei ihr nicht vorgekommen.

    @d.z. bodenberg
    „es gibt kaum irgendwo billiger im südosten Englands, als wo er gerade eine winzige Wohnung „gekauft“.
    Er hat sich eine winzige Wohnung gekauft, bedeutet, dass
    1. in England alle Wohnungen und auch die Haeuser klein sind, das ist nichts aussergewoehnliches und hat historische Gruende. Selbst in einem 1-Familienhaus mit 4 Bedrooms wird das Wohnzimmer weniger als 20QM haben. Es sei denn, man bezahlt im 7stelligen Bereich, da werden dann auch die Raeume groesser und hoeher.
    2. fuer eine „winzige“ Wohnung (50qm) rund um London im netten und gruenen Wohnviertel und guten Verkehrsanschluss bezahlt man zwischen £100.000 und £150.000. Man bezahlt die Wohnung entweder bar (was die wenigsten tun) oder man wird von den Banken als kreditwuerdig eingestuft, weil man ausreichend lange im Lande ist, um die Wohnung abzubezahlen (+- 1000 pro Monat) und natuerlich einen guten, permanenten Job hat.
    So schlecht gehts ihrem Bruder offensichtlich nicht. Ich bin mit meinen nur £4000 unter dem Durchschnitt liegenden Gehalt nicht kreditwuerdig fuer die Banken.
    Nur die Erklaerung fuer alle in Berlin Lebenden, was sich hinter diesem einen Satz von d.z. bodenberg verbindet.

    „Und wenn die Gewerkschaften in GB stark wären, würden es die Rentner… auch sicherlich besser gehen“
    Wie kann Verdi in Deutschland die Renten erhoehen? Na ja, Sie werden schon wissen, was mir bisher entgangen ist.

  17. @tbw
    „… dass die Blair-Regierung die am weitesten rechts stehende Regierung seit 1945 gewesen sei, …“
    Absolut richtig! Labour’s Ziel, das Land in einen Ueberwachungsstaat zu verwandeln, wird aber von den Tories im naechsten Jahr nicht unterbunden werden. Da troestet mich nur eine Meldung von neulich, dass lediglich 3% der CCTV-Aufnahmen ueberhaupt im Nachhinein verwendet wurden. Am Ende ist eine Information erst dann eine Information, wenn sie bekannt ist, analysiert und verwendet wird.
    Was mich aber vielmehr beunruhigt, ist, dass es ein Zentralregister gibt, auf das Banken, Geschaefte, … zugreifen koennen. Wenn man irgendwo einkauft und mit Karte bezahlt (was ich ja moeglichst vermeide), dann wissen die, wo man wohnt und fragen auch – angeblich wegen vermeintlichem Schutz vor Kreditkartenbetrug. Es ist mir neulich aufgefallen, als ich ein etwas teureres Objekt gekauft habe und der Mensch hinter der Kasse mich fragte, ob XXX XXX meine Postleitzahl waere? Das muss man sich mal vorstellen, der fragt einen eventuellen Dieb, ob er da wohnt. Unglaublich, aber Sie sehen, tbw, man kann alles mit Humor auch nehmen. In der DDR aufgewachsen, habe ich die Erfahrung tief in mir ruhend, dass auch die besten Informationen den Untergang nicht verhindern konnten 😀

  18. @Ben
    Obwohl ich mich hier immer wieder über ihre sehr lesenswerten Beiträge freue, muss ich Ihnen heute eine bittere Pille verabreichen: die Website des von Ihnen so verschmähten ‚Daily Telegraph‘ hat es nämlich im letzten Monat geschafft, die Homepage des ‚Guardian‘ vom ersten Platz zu verdrängen! Seit letztem Monat ist es der ‚Telegraph‘, der in Großbritannien am häufigsten angeklickt wird, wenn Briten sich im Internet über das aktuelle Zeitgeschehen informieren möchten. Ob es auch die EU-kritische Berichterstattung des ‚Telegraph‘ war, die zu diesem Erfolg beitrug, weiß ich nicht.

  19. War der Guardian zuvor die meist gelesene Online-Zeitung? Ich bin ueberrascht. Der Telegraph ist gut in seiner Aufmachung, aber seine Inhalte sind leider nicht lesbar fuer mich. Ich habe ihn neulich 8x gekauft, weil eine wirklich gute DVD-Serie ueber Margaret Thatcher als Beilage kam.

  20. @Ben
    Was man nicht so alles macht, wenn man kein Thatcher-Fan ist. Sich acht mal den Telegraph kaufen, um sich die DVD-Serie über Thatcher zu sichern! Falls Sie die DVDs irgendwann nicht mehr brauchen sollten: ich nehme sie Ihnen gerne ab und tausche sie gegen das wertvolle Thatcher-Porträt ein, das über dem Bett in meinem Schlafzimmer hängt 🙂

  21. @tbw
    :-DDD
    Ich habe ja die Zeitungen bei WHSmith (Schreibwaren und Mainstreamliteratur mit den bunten Buchdeckeln und schwunghaften goldenen Autorennamen) liegenlassen wollen, aber die wollten die auch nicht mehr haben. So habe ich sie in dem Papierkorb vor dem Laden entsorgt.

  22. Doch nur kurz:
    Der Bruder bezahlt £3492.00 für eine Jahreskarte 2. Klasse für die Bahnstrecke Southend-London (inklusiv Bus, U-Bahn etc. in London) Dagegen kostet aktuell eine BahnCard 100 2. Klasse (ganz Deutschland inkl. Bus/Straßenbahn in den Meisten Großstädten) von Deutsche Bahn UK £2660.00.

    Er wohnt nicht im „netten und grünen Wohnviertel“. Es gibt auch Löcher außerhalb Londons! Und er hat ein Hypothek – ich habe ‚er hat eine Wohnung „gekauft“‚ und nicht ‚eine Wohnung gekauft‘ geschrieben – weil es billiger ist als zu mieten. Und deutlich weniger als 1.000 Pfund im Monat zahlt er ab, ca. die Hälfte eigentlich. Du wirdst bestimmt bald ein Kredit bekommen dürfen, die Banken haben aber einige Probleme mit „Ausländer“ – aber hier in Berlin ist es nicht anders. Vermutlich ist deine britische „Kreditgeschichte“ noch nicht ausführlich und langlebig genug.

    Und zur Telegraph: in the Guardian stand folgendes:
    „Prompted by concerns raised by rival newspaper groups, the Joint Industry Committee for Web Standards (Jicwebs), which advises ABCe on its measurement methods, yesterday agreed to a review of the tools and standards that publishers use to record web traffic.“
    http://www.guardian.co.uk/media/2008/may/23/telegraphmediagroup.abcs

    Zum „Standard“; ich dachte, du meinstest den „Evening Standard“, und nicht die österreichische liberale Tageszeitung. An der Kasse in Berlin (bei der REWE-Gruppe, und bei zu METRO gehörende Läden auch, sowie auch bei IKEA) wird man auch nach der PLZ gefragt. „12345“ sage ich immer, was allerdings nicht ganz in der Umgebung ist (ist die PLZ für Treptow).

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