Übersetzungskünstler (3): Die Deutschen-Versteher

Wenn Briten andere Briten im öffentlichen Raum schriftlich zu etwas auffordern, nehmen wir als Beispiel, nicht in einem Kneipeninnenhof, sondern auf der Straße vor der Kneipe zu rauchen, dann liest sich das in etwa so:
This pub operates a non-smoking-in-the-courtyard policy. May we kindly ask you to smoke in front of the main entrance, if you would.
Der Barfly-Pub in Cambridge hat diese britisch-zuvorkommende Aufforderung bei einem Konzert der Berliner Band Beatsteaks jetzt mit beachtlichem interkulturellen Einfühlungsvermögen ins Deutsche übertragen. Und das las sich dann so:
„ACHTUNG! Ausgang Ist Fucking VERBOTEN! Nicht rauchen hier, rauchen vor der eingang am der strasse.“
Und falls jemand nicht gehorcht, marschiert die Pub-Polizei in den Innenhof ein und brüllt: „SCHNELL, SCHNELL! RAUS, RAUS!“, weitere deutsche Lieblingswörter der Briten.
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Autor: Markus Hesselmann

Tagesspiegel-Korrespondent Markus Hesselmann über Britisches, Allzubritisches aus der Metropole des Pop, des Fußballs, der Kunst und der Politik.