Prinz Harry von Sachsen

„Yes, you can mention the war“, schreibt der „Evening Standard“ zur Restaurierung des Connaught-Hotels in London. Und: „Waffenstillstand im Connaught … 89 Jahre später.“ Was geht da Historisches vor? Das Hotel hieß früher Coburg, nach Queen Victorias Gatten Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha. Doch im Ersten Weltkrieg waren deutsche Namen nicht mehr so angesagt. The Coburg wurde The Connaught. Die ganze Royal Family benannte sich auch gleich von Sachsen in Windsor um. Als vorsichtige Annäherung an die Feinde von gestern soll zumindest die Bar des Connaught jetzt wieder Coburg heißen. „Expect a surge of bookings from Herrs and Frauleins“, scherzt der „Evening Standard“. Versöhnungspolitisch sollten wir aber hier nicht Halt machen. „We are all friends now, eh?“, wusste schon Basil Fawlty. Eine ähnliche, ebenso britisch pragmatische Lösung wie beim Hotel ist auch für die königliche Familie überfällig. Das Haupthaus bleibt Windsor, die Bar benennt sich um: Die Prinzen Wilhelm und Heinrich von Sachsen-Coburg und Gotha setzen die alte Linie fort.

Autor: Markus Hesselmann

Tagesspiegel-Korrespondent Markus Hesselmann über Britisches, Allzubritisches aus der Metropole des Pop, des Fußballs, der Kunst und der Politik.